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Objekt / Inventarnr.: Gm1277

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Selbstbildnis (Gemälde, Selbstbildnis)

Inventarnummer: Gm1277
Hersteller: Therbusch, Anna Dorothea (1721-1782)
Datierung: 1782
Ort: Preußen; Berlin
Material/Technik: Öl auf Leinwand, doubliert
Maße: H. 65,7 cm; B. 54,6 cm; Rahmenmaße: H. 75 cm; B. 62 cm; T. 7 cm
Marke/Inschrift: A.D. Therbusch née De Liszewska (p.) par elle même/ Paintre du Roi 1782 — Müllers Künstler-Lexikon L. u. F.: Anna Dorothea Liscewska/ geb. zu Berlin 1722, vermählte Ther-/busch. gest.: 1782/ Ehrenmitglied des Instituts zu Bologna/Hofmalerin zu Mannheim/ Mitglied der Akademie zu Paris u. Wien/ arbeitet hauptsächlich in Stuttgart und/ Berlin. Wir nennen v ihren Arbeiten Ariadne/ auf Naxos, Dianas' Rückkehr v.d. Jagd u. ihr eige-/nes Biltnis in welchem Natur u. Geschmack/ auf das schönste vereinigt ist. Im Besitz des/ Major v. Bergh in Berlin.
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Das Kniestück nach rechts zeigt die sechzigjährige Malerin am offenen Fenster sitzend, den Blick von der Lektüre erhoben und zum Betrachter gewandt. Sie trägt ein violettes Seidenkleid mit weißem Überwurf und vor ihrem rechten Auge ein dunkel umrandetes Einglas. Im Hintergrund steht eine Staffelei mit einem Gemälde und auf der Sohlbank eine Skizzenmappe sowie ein Früchtekorb. Begrenzend tritt der gemalte, steinerne Fensterrahmen hervor.
Beschriftung:
Die gebürtige Berlinerin gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 18. Jh. Nach ihrer Heirat und der Geburt mehrerer Kinder arbeitete sie in Stuttgart, Mannheim, Paris und Berlin. Sie war Mitglied der Pariser Académie Royale und der Wiener Kunstakademie. Therbusch präsentiert sich ungeschönt und selbstbewusst als gelehrte Künstlerin mit Buch. Das Einglas verweist auf die im Alter nachlassende Sehschärfe oder den präzisen Blick der Malerin. Für ihre künstlerische Tätigkeit stehen Staffelei, Gemälde und Zeichenmappe.
Self-Portrait. Oil on canvas. A native of Berlin, Therbusch was one of the most important German female artists of the 18th c. After marriage and the birth of several children she worked in Stuttgart, Mannheim, Paris and Berlin. She was a member of the Paris Académie Royale and the Vienna Art Academy. Here, she depicts herself, without flattery and self-confidently, as a learned artist with a book. The eye-glass alludes either to her failing eyesight in old age or to the precise eye of the painter. The easel, painting and portfolio stand for her artistic activity.
Literatur:
Katalog der Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg. Bearbeitet von Eberhard Lutze. Nürnberg 1934, S. 40--41. — Berlinerinnen. Bekannte und unbekannte Frauen in Berlin aus 3 Jahrhunderten. Gemälde, Graphiken, Photographien, Autographen, Bücher. Berlin 1975, S. 22--23. — Berckenhagen, Ekhart: Anna Dorothea Therbusch. In: Zeitschrift des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 41, 1987, S. 128 und Nr. 11, S. 129. — Hess, Daniel: Eitelkeit und Selbsterkenntnis. Selbstbildnisse des 17. und 18. Jahrhunderts aus dem Germanischen Nationalmuseum. Nürnberg 1999, Nr. 28. S. 44. — Holert, Tom: Anschließung an eine Kunst- und Künstlerwelt. Selbstbilder von Künstlerinnen und Künstlern um die Mitte des 18. Jahrhunderts. In: Mehr Licht. Europa um 1770. Die bildende Kunst der Aufklärung. Ausst. Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie Frankfurt a. M. Hrsg. von Herbert Beck--Peter C. Bol--Maraike Bückling. München 1999, S. 351--364. — Bajou, Thierry: Eine deutsche Künstlerin in Paris des 18. Jahrhunderts. Anna Dorothea Therbusch. In: Jenseits der Grenzen. Französische und deutsche Kunst vom Ancien Régime bis zur Gegenwart. Thomas Gaethgens zum 60. Geburtstag, Bd. 1, Inszenierung der Dynastie. Köln 2000, S. 249--268. — Der freie Blick. Anna Dorothea Therbusch und Ludovike Simanowitz. Zwei Porträtmalerinnen des 18. Jahrhunderts. Ausst. im Städtischen Museum Ludwigsburg. Bearbeitet von Katharina Küster und Beatrice Scherzer. Ludwigsburg 2002, S. 24 und Nr. 5, S. 114. — Faszination Meisterwerk. Dürer, Rembrandt, Riemenschneider. Ausst.Kat. des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Nürnberg 2004, S. 134--136 mit Abb. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 372, 382, 471, Abb. 340.
 
 
3.3.130726