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Objekt / Inventarnr.: Gm1931

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Bildnis der Gräfin Catherine Skavronska (Gemälde, Porträt)

Inventarnummer: Gm1931
Hersteller: Kauffmann, Angelika (1741-1807)
Datierung: 1789
Ort: Rom
Material/Technik: Öl auf Leinwand (doubliert)
Maße: H. 158,0 cm; B. 122,5 cm
Marke/Inschrift: Angelica/Kauffman Pinx/Roma 1789
Sammlung: 19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Beschreibung:
Die dargestellte Gräfin ist als Dreiviertelfigur wiedergegeben, den Blick wendet die Dargestellte dem Betrachter zu. Das runde, rosawangige Gesicht ist sehr lebensnah aufgefasst. Die gelockten Haare fallen lose auf die Schultern und werden von einem perlenbesetzten Diadem zurückgehalten. Bekleidet ist sie mit einem weißen, griechischen Gewand, das am Ausschitt, an den Ärmeln und am Saum mit Goldborten besetzt ist. Die hohe Taille wird von einer goldenen Schärpe gehalten. Über die linke Schulter fällt ein blaues, gebauchtes Tuch. Die Gräfin sitzt auf einem rot gepolsterten Stuhl, dessen Gestell vergoldet ist. In der äußeren rechten Bildhälfte hält sie mit der rechten Hand einen goldblitzenden antiken Helm, auf den sie mit der linken Hand einen Eichenkranz legt. Der Helm trägt die Inschrift "Potemkin Taurico" und bildet mit einem Schwert und einem rot-goldenem Schwertband ein martialisches Stillleben. Dieses "Stilleben" liegt auf einer steinernen Brüstung, die mit einem Lorbeergirlandenrelief geschmückt ist. Links der Dargestellten erhebt sich eine Säule, am rechten Bildrand ein Pfeiler, zwischen dem ein gebauschter, roter, golddurchwirkter und mit Goldtressen versehener Vorhang hängt. Den Blick gibt er freiauf einen blauen, von zarten Wolkenfeldern bedeckten Himmel. Die Malweise ist elegant und flüssig, insgesamt dünn, mit Pastositäten im "Helmstilleben" und dem Gewand.
Beschriftung:
Bevor sich Angelika Kauffmann 1781 in Italien niederließ, hatte sie in London als gefeierte Portraitistin gelebt. Ihr Freund und Förderer war Joshua Reynolds. Dieser verzichtete programmatisch auf traditionelle Formen gesellschaftlicher Repräsentation und galt hierdurch als wichtiger Neuerer der Bildniskunst. Die moderne englische Auffassung liegt dem Portrait der Gräfin Skavronska zugrunde. Sie war eine Hofdame der Zarin Katherina II. Die Gräfin erscheint nicht in prunkvoller Staatsrobe. In ihrem zwanglos fallenden griechischen Gewand und ihrer ungepuderten Lockenfrisur zeigt sie sich unverblümt präsent. Die antike Stilisierung löst sich von überkommenen Formen höfischer Selbstdarstellung, die am Vorabend der Französischen Revolution längst ihre "objektive" Bedeutung verloren hatten.
Literatur:
Schram, Wilhelm: Die Malerin Angelika Kauffmann. Ein Lebensbild, Brünn 1890. (zur Künstlerin) — Angelika Kauffmann und ihre Zeitgenossen. Ausst.Kat. Vorarlberger Landesmuseum Bregenz uns Österreichisches Museum für Angewandte Kunst. Wien 1968/69, S. 13, 57. — Helbok, Claudia: Miss Angel. Angelika Kauffmann, eine Biographie. Wien 1968, S. 200. — de Rossi, Giovanni Gherardo: Vita di Angelica Kauffmann. Pisa 1811, reprint London 1970. (zur Künstlerin) — Mayer, Dorothy Moulton: Angelika Kauffmann. Hertfordshire 1972, S. 119. — Schulte-Wülwer, Ulrich: Gräfin Catherine Skavronska und Fürst Grigori Alexandrowitsch Potemkin. Biographische Anmerkungen zu einem bislang unbekannten Porträt von Angelika Kauffmann. In: Nordelbingen. Beiträge zur Kunst und Kulturgeschichte Bd. 45. Heide in Holstein 1976, S. 54--66. — Manners, Victoria, G.C.Williamson: Angelika Kauffmann, R.A. Her Life and her Works. New York 1976, S. 156, 82. — Gorsen, Peter: Frauen und Frauenbilder in der Kunstgeschichte. In: Nabakowski, Gislind/Sander, Helke: Frauen in der Kunst. Frankfurt am Main 1980, Bd. 2, S. 13. (zur Künstlerin) — La France et la Russie au XVIII siécle des Lumiéres. Relations Culturelles et artistiques de la France et la Russie au XVIII siécle. Ausst. Kat. Paris Galeries Nationales du Grand Palais 1986/87, S. 197. — Hammer, Sabine: Angelika Kauffmann. Vaduz 1987, S. 15. — Obermeier, Siegfried: Die Muse von Rom. Angelika Kaufmann und ihre Zeit. Frankfurt am Main 1987. (zur Künstlerin) — Kluxen, Andrea M.: Das Ende des Standesporträts. Die Bedeutung der englischen Malerei für das deutsche Porträt von 1760-1848. München 1989. — Peters, Ursula: Ein Porträt der Gräfin Catherine Skavronska von Angelika Kauffmann. In: Monatsanzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1990, H. 115, 917--919. — Peters, Ursula: Angelika Kauffmann. Porträt der Gräfin Catherine Skavronska. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1991, S. 332-337. — Peters, Ursula: Porträt der russischen Gräfin Catherine Skavronska von Angelika Kauffmann. In: Katherina die Große. Ausst.Kat. Museum Fridericeanum, Staatliche Museum Kassel 1997, S. 232, Abb. S. 233. — Baumgärtel, Bettina (Hrsg): Angelika Kauffmann. Ausst.Kat. Bündner Kunstmuseum Chur, Ostfildern-Ruit 1998, S. 289, Kat. Nr. 156, Abb. S. 290. — Kauffmann, Angelika. In: AKL Online, Dok-ID: _ 00401046 (23.02.2012).
 
 
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