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Objekt / Inventarnr.: Gm891

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Eine von zehn Tafeln des Mindelheimer Sippenaltars (Gemälde, Altarbild)

Inventarnummer: Gm891
Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München - Alte Pinakothek
Hersteller: Strigel, Bernhard (1460-1528)
Datierung: um 1505/06
Ort: Memmingen
Material/Technik: Malerei auf Tannenholz
Maße: H. 78 cm; B. 55 cm
Marke/Inschrift: "Johan(n)nes töffer vo(n) got erkor(e)n. Auß Elizabeth vn(d) Zacharia hailg gepor(e)n." — "(JOHAN)NES · BAPTISTA · TRENTV" — "THETRA · GRAM(M)ATOI · ADONAI ELAI" — "Non est sanitas in carne mea ... [Vulgata, Psalmi 37, 4 - 8]" — "Gm.891" — "H.G.1078 (1936) Inv.S.No.702" — "R 140"
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Eine von 10 im GNM vorhandenen Tafeln des Mindelheimer Sippenaltars: Es handelt sich um einen gemalten Flügelaltar ohne geschnitzten Schrein. Geöffnet zeigt er die Hl. Anna und ihre nächsten Angehörigen, ihre Eltern, ihren Gatten Joachim und ihre beiden späteren legendären Ehemänner, ihre Kinder und Enkel, im geschlossenen Zustand die Familie und Nachkommen ihrer Schwester Esmeria. - Gm 891 ist vom rechten Flügel die obere Hälfte der Außenseite: Elisabeth und Zacharias mit Johannes dem Täufer: Johannes, der Christus taufen wird, ist schon hier im Fellkleid gleich dem Prediger in der Wüste und mit dem offenen Buch dargestellt. Goldgrund mit punkziertem Rhombenmuster. - Inschriften auf Spruchband, Umschrift im Nimbus des Johannes, Schrift auf den Gewandborten des Zacharias und Buchtext.
Beschriftung:
Sammelkommentar: Die Tafeln stammen vom Retabel der Annenkapelle in der Pfarrkirche St. Stephan in Mindelheim. Die Kapelle war Grablege der Familien Rechberg und Frundsberg. Den Auftrag erhielt Bernhard Strigel, ein angesehener, mehrfach auch für Kaiser Maximilian I. tätiger Maler. Die Altartafeln zeigen die Hl. Sippe und damit die legendenhafte Verwandtschaft der Familie Christi. Die Generationen erscheinen nicht mehr im genealogischen Verband. Strigel lenkt den Fokus auf die Darstellung der einzelnen Familien. Die christliche Erziehung der Kinder sowie das Lesen und Schreiben stehen im Mittelpunkt. Die Familie wird zur zentralen Institution von Erziehung und Bildung. Die Altarbilder nehmen damit die neuen Vorstellungen des Humanismus und der Reformation vorweg.
Summary: Ten Panels of the Mindelheim Altarpiece of the Holy Kinship. Painting on fir. The panels are from the altarpiece of the St. Anne's Chapel in Mindelheim parish church. The chapel was the burial place of the Rechberg and Frundsberg families. Bernhard Strigel, who painted these panels, also frequently worked for Emperor Maximilian I. The altarpiece panels display the Kinship of Christ, the legendary members of the Family of Christ. The generations no longer appear as a genealogical grouping. Instead, Strigel focuses on individual families. Raising children as Christians as well as teaching them to read and write become the main objectives. The family becomes a central institution for education and upbringing. The altarpiece panels thus anticipate the new ideas of Humanism and the Reformation.
Literatur:
Otto, Gertrud: Bernhard Strigel. München 1994, S. 26--30. — Rettich, Edeltraud: Bernhard Strigel. Herkunft und Entfaltung seines Stils. Diss. Freiburg i. Br. 1965, S. 50--79. — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 487--497 mit älterer Literatur. — Mit Milchbrei und Rute. Familie, Schule und Bildung in der Reformationszeit. Ausst. Germanisches Nationalmuseum. Bearbeitet von Daniel Hess. Nürnberg 2005, S. 27--28 und Nr. 2, S. 87--88. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 50--51, 417.
 
 
3.3.130726