Hallo welt!

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http://objektkatalog.gnm.de/objekt/ReliquienkapselKG1053Kunsthandwerk II (1500-1800)1um 1510Dieser Datensatz hat noch kein Proviso.<XmlDescription><BuildingId>2</BuildingId><BuildingDescription>02 Kartäuserbau</BuildingDescription><FloorId>02</FloorId><FloorDescription>2.UG</FloorDescription><RoomId>12</RoomId><RoomDescription>Depot</RoomDescription><AltNames><AlternativeName>Kunsthandwerk bis 1800</AlternativeName></AltNames></XmlDescription><results><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayObjectMeasurements xml:lang="de">H. 2,9 cm; Dm. 9,3-9,5 cm; Dm. Rückenplatte 9,1-9,2 cm; L. Kette 9,7 cm</lido:displayObjectMeasurements><lido:objectMeasurements/></lido:objectMeasurementsSet></results><results><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Silber, zum Teil vergoldet, gegossen, graviert; Spuren von Email</lido:displayMaterialsTech><lido:materialsTech/></lido:eventMaterialsTech></results>Der runde, dosenförmige Behälter mit gewölbter Vorder- und nahezu flacher Rückseite ist oben mit einer dreipassigen Öse versehen, an der eine achtgliedrige Kette befestigt ist. Auf der Unterseite/Rückseite findet sich die Gravur der Mondsichelmadonna, die von den beiden heiligen Aposteln Simon und Judas Thaddäus flankiert wird. Ein Medaillon, das mit einem gekordelten und gezackten Band eingefasst ist, liegt der gewölbten Vorderseite auf, die von einem zweifach mit Drahtbändern profilierten Rand und einer Hohlkehle umschlossen ist. In dieser verläuft ein Ast, der spiralförmig von Zweigen und Blättern umwunden sowie mit rosettenähnlichen Blüten besetzt ist. Das Medaillon zeigt die Kreuzigung Christi mit den Assistenzfiguren Maria und Johannes, am Boden Knochen und den Totenschädel Adams. Die gegossenen Figuren sind vollplastisch ausgearbeitet und partiell vergoldet. Während das obere Halbrund plan und ohne Binnenzeichnung gestaltet ist, hebt sich das untere Halbrund reliefiert davon ab. Zudem sind hier Reste von grünem Email zu finden, mit dem offenbar die vegetabilen Teile des Terrains gefasst waren. Der Verschluss durch die rückseitige Platte, vor allem die Art der Befestigung mutet unbeholfen an und lässt an eine spätere Veränderung/Hinzufügung denken, so dass nicht selbstverständlich von einer ursprünglichen Zusammengehörigkeit ausgegangen werden kann. Bei dem Behältnis handelt es sich wohl um eine der Reliquienkapseln wie sie im 15. Jahrhundert in den Kirchenschätzen und fürstlichen Reliquiensammlungen wie auch als Instrument privater Frömmigkeit häufig anzutreffen waren. Die historische Benennung dieser Stücke ist nicht einheitlich und hängt vom konkreten Verwendungskontext ab. Unter anderem tauchen in den Inventaren solche Kapseln als „pectorale“ auf, die anlässlich von Prozessionen an einer Kette um den Hals und vor der Brust getragen wurden. Die vorliegende Kapsel wurde beim Erwerb als „Pax“ bezeichnet, womit ein „instrumentum pacis“ gemeint ist, das während der heiligen Messe zur Weitergabe des Friedenskusses diente. Der Friedenskuss ist im Rahmen der Liturgie als Ausdruck der „aus der Menschwerdung und dem Opfertod Christi resultierenden Versöhnung Gottes mit den Menschen“ zu verstehen (Richter 2003). Ausgehend vom Kuss des Altars gibt der zelebrierende Priester diesen mittelbar über einen Träger, oft in Form einer sogenannten Paxtafel, an andere Teilnehmer der Messe weiter. Nachweisbar wurden zu diesem Zweck auch Reliquienkapseln wie die hier vorliegende verwendet. Inwieweit die beim Erwerb vermerkte Zweckbestimmung auf belastbaren Erkenntnissen der oder des Vorbesitzers beruht, lässt sich leider nicht mehr feststellen. Johann Michael, Fritz: Gestochene Bilder. Gravierungen auf deutschen Goldschmiedearbeiten der Spätgotik. Köln/Graz 1966, S. 365, S. 565, Kat. 866Weiterführend: Husemann: Simone: Pretiosen persönlicher Andacht. Bild- und Materialsprache spätmittelalterlicher Reliquienkapseln (Agnus Dei) unter besonderer Berücksichtigung des Materials Perlmutter. Weimar 1999Weiterführend: Richter, Thomas: Paxtafeln und Pacificalia. Studien zu Form, Ikonographie und liturgischem Gebrauch. Weimar 2003, bes. S. 313-317