Hallo welt!Hallo welt!http://objektkatalog.gnm.de/objekt/Silberrelief Beweinung ChristiReliefKG1376Kunsthandwerk II (1500-1800)<results><lido:classification xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:conceptID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/local_identifier" lido:source="GnmLocalClassificationId">8261</lido:conceptID><lido:conceptID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="AAT-DE">http://www.aat-deutsch.de/aat/detailseite/?id=300075940</lido:conceptID><lido:term lido:pref="preferred" xml:lang="de">Altarbild</lido:term><lido:term lido:pref="preferred" xml:lang="en">altarpieces</lido:term><lido:term lido:pref="preferred" xml:lang="en">altar-piece</lido:term><lido:term lido:pref="preferred" xml:lang="en">altar-pieces</lido:term><lido:term lido:pref="preferred" xml:lang="en">altarpiece</lido:term></lido:classification></results>1<results><lido:eventActor xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayActorInRole xml:lang="de">Werkstattleitung, Hauptkünstler</lido:displayActorInRole><lido:actorInRole><lido:actor lido:type="Person"><lido:actorID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/local_identifier" lido:source="GnmLocalActorId">49026</lido:actorID><lido:actorID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="GND">https://d-nb.info/gnd/119402335</lido:actorID><lido:actorID lido:pref="alternate" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="VIAF">http://viaf.org/viaf/47570715</lido:actorID><lido:actorID lido:pref="alternate" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="ISNI">https://isni.org/isni/0000000066347518</lido:actorID><lido:actorID lido:pref="alternate" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="Wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q3840231</lido:actorID><lido:actorID lido:pref="alternate" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="LOG">http://id.loc.gov/rwo/agents/nr95007516</lido:actorID><lido:actorID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="www.treccani.it">https://www.treccani.it/enciclopedia/luigi-valadier/</lido:actorID><lido:actorID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="AKL (aow)">https://aow.degruyter.com/artist/_00154383</lido:actorID><lido:nameActorSet><lido:appellationValue lido:pref="preferred" xml:lang="de">Valadier, Luigi</lido:appellationValue></lido:nameActorSet><lido:nameActorSet><lido:appellationValue lido:pref="alternate">Valladier, Luigi</lido:appellationValue></lido:nameActorSet><lido:nameActorSet><lido:appellationValue lido:pref="alternate">Valadier, Louis</lido:appellationValue></lido:nameActorSet><lido:nameActorSet><lido:appellationValue lido:pref="alternate">Valadier, C. Luigi</lido:appellationValue></lido:nameActorSet><lido:vitalDatesActor><lido:earliestDate lido:type="geschätztes Datum">1726</lido:earliestDate><lido:latestDate lido:type="geschätztes Datum">1785</lido:latestDate></lido:vitalDatesActor></lido:actor></lido:actorInRole></lido:eventActor></results>2. Hälfte 18. Jahrhundert<results><lido:eventPlace xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayPlace xml:lang="de">Rom</lido:displayPlace></lido:eventPlace></results>Dieser Datensatz hat noch kein Proviso.<results><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayObjectMeasurements>Höhe 105 cm, Breite 75 cm, Tiefe16 cm</lido:displayObjectMeasurements><lido:objectMeasurements><lido:extentMeasurements>Gesamt</lido:extentMeasurements></lido:objectMeasurements></lido:objectMeasurementsSet><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="2"><lido:displayObjectMeasurements>44 kg</lido:displayObjectMeasurements><lido:objectMeasurements><lido:extentMeasurements>Gewicht</lido:extentMeasurements></lido:objectMeasurements></lido:objectMeasurementsSet></results><results><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Silber, gegossen, getrieben, graviert, ziseliert, punziert, poliert</lido:displayMaterialsTech><lido:materialsTech><lido:extentMaterialsTech xml:lang="de">Zentrales Relief; Engelsfiguren am Rahmen</lido:extentMaterialsTech></lido:materialsTech></lido:eventMaterialsTech><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Porphyr, vergoldete Kupferlegierung, Silber</lido:displayMaterialsTech><lido:materialsTech><lido:extentMaterialsTech xml:lang="de">Innerer Rahmen</lido:extentMaterialsTech></lido:materialsTech></lido:eventMaterialsTech><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">blaues Mosaik (smalti), vergoldete Kupferlegierung
Unterkonstruktion: Holz, Stein</lido:displayMaterialsTech><lido:materialsTech><lido:extentMaterialsTech xml:lang="de">Äußerer Rahmen</lido:extentMaterialsTech></lido:materialsTech></lido:eventMaterialsTech></results>KG1377: Futteral Silberrelief Beweinung Christi / Valadiers Pietà Das nach dem Stifter als bisweilen als "Piusaltar" bezeichnete Werk ist der Funktion nach ein Altarblatt, das zuletzt in dieser Funktion in Schloss Banz, Oberfranken, in Verwendung war. Das zentrale Silberrelief zeigt die Beweinung Christi mit einer bemerkenswerten inhaltlichen Ergänzung: Parallel zur klassischen Hauptgruppe mit dem Leichnam Christi, betrauert von Maria, Maria Magdalena und Johannes, erscheint am Himmel eine Kreuzesvision, sodass das Erlösungswerk bereits im Bild präsent ist. Die Darstellung vereint somit den Tiefpunkt der Passionsgeschichte mit dem Triumph über Sünde und Tod. Der Blick des Johannes geht zum Kreuz und verbindet so die beiden inhaltlichen Ebenen. Ein vergoldeter Bronzerahmen mit Porphyreinlagen und 26, möglicherweise auf den Rosenkranz verweisenden silbernen Rosetten fasst das Relief unmittelbar. Er wird in den vier Ecken von Silberengeln geziert. Die unteren Engel erheben das Altarblatt quasi in Richtung Himmel, während die oberen Engel eine aus zartem goldenem Draht gestaltete Dornenkrone halten. Das Altarblatt ist auf eine rechteckige Rahmenplatte mit Messingeinfassung und dunkelblauem Glasmosaik aufgelegt. Dabei scheint die Materialanmutung von Lapislazuli beabsichtigt gewesen zu sein. Das Silberrelief und die den Rahmen tragenden Engel sind technisch herausragende gegossene Meisterwerke, deren Oberflächen in feinsten Graduierungen veredelt und nachbearbeitet wurde. So entstanden hochglänzend spiegelnde bis hin zu matten Bildzonen, dank derer die Darstellung selbst bei geringer Beleuchtung sehr gut erkennbar ist. Zur technischen Perfektion gesellt sich der herausragende Zustand der Oberflächen. Zuschreibung Relief und Engelsrahmen können auf der Basis einer in Privatbesitz befindlichen Werkstattzeichnung mit Sicherheit der Werkstatt Luigi Valadiers in Rom zugeordnet werden, der diese im Jahr 1759 von seinem Vater Andrea übernahm und bis zu seinem Freitod im Jahr 1785 führte. Diese beiden Daten geben den Rahmen für die Datierung des Reliefs vor, der auch durch die Provenienz gestützt wird (s.u.). Die Bildkomposition des Beweinungsreliefs ist jedoch älter und in weiteren Versionen bekannt. Sie wird Angelo de’ Rossi (1671-1715) zugeschrieben. Die Erfindung wurde für den Piusaltar teilweise inhaltlich redigiert (so trat an die Stelle des Golgota-Hügels die Kreuzesvision des Johannes) und auch stilistisch aktualisiert. Ein 1987 in einer Privatsammlung in Rom nachweisbares Wachsrelief steht dem zentralen Silberrelief des Piusaltars so nahe, dass ein Herstellungszusammenhang angenommen werden kann. Zum Altarblatt gehört die originale Schatulle (KG1377), die möglicherweise ebenfalls in Valadiers Werkstatt passgenau angefertigt wurde. Provenienz Papst Pius VI. (Giovanni Angelo Graf Braschi 1717-1799, ab 1775 Papst) machte das nach ihm benannte Altarblatt Maria Anna Pfalzgräfin von Birkenfeld-Zweibrücken (1753-1824; Heirat 1780; ab 1799 Herzogin in Bayern; Schwester Max I. Joseph, ab 1806 König von Bayern) – wohl stellvertretend für die gesamte Fürstenfamilie - zum Geschenk. Maria Anna heiratete 1780 Herzog Wilhelm Pfalzgraf von Pfalz-Birkenfeld zu Gelnhausen (1752-1837), ab 1799 Herzog in Bayern. Das Geschenk an Maria Anna erfolgte einer Inschrift in Schloss Banz und eines Briefes der Herzogin zufolge im Jahr 1786. Pontifex und Fürstin waren sich vier Jahre zuvor im Rahmen der kurzfristig anberaumten Stippvisite des Heiligen Vaters in Bayern auf dem Rückweg von einem offiziellen Besuch in Wien begegnet. Bei diesem Treffen sicherte der Papst zu, die Patenschaft für den Stammhalter zu übernehmen, ein Versprechen, das er nach der glücklichen Geburt Herzog Pius Augusts (1786-1837) am 1. August 1786 einlöste. Damals wurde auch das persönliche Geschenk des Papstes an die Mutter auf den Weg gebracht. Ikonographie und die Wahl des kostbaren Materials sind bemerkenswert. Das Bildthema mag auf das persönliche Schicksal Maria Annas Bezug nehmen, die zwei Wochen nach dem Zusammentreffen mit dem Papst 1782 ihr erstes Kind verloren hatte. Der außerordentliche Aufwand erklärt sich wohl daraus, dass der Papst das Werk als Geschenk an die Mutter des möglichen zukünftigen Kurfürsten verstand. (Da am 25. August 1786 auch der erste Sohn Max I. Josephs, Ludwig, geboren wurde, übernahm jener schließlich als König Ludwig I. von Bayern die Herrschaft). Die Fürstenfamilie residierte zunächst in Landshut und Bamberg und Benrath ehe Herzog Wilhelm Teile der ehemaligen Benediktinerabtei Banz als Sommerresidenz erwarb. In Schloss Banz bildete das Werk ab 1817 das Zentrum eines Alabasterretabels in der Privatkapelle der Familie. Das Silberrelief findet wiederholt in Archivalien Erwähnung, so auch in einem Schreiben der Herzogin Maria Anna, das zwischen 1815 und 1817 datiert werden kann, und Auskunft über die Gründe des diplomatischen Geschenks gibt: „dasjenige Bild, das Wir von dem TaufPathen Unseres Sohnes Liebden, Weiland Sr Päpstlichen Heiligkeit Pius VI zum Andenken unserer geistlichen Verwandschaft erhalten haben, nemlich die Abnehmung unseres Heilands vom Kreuze, in einem Stucke von Silber, erhabener Arbeit, mit einer Einfassung von röthlich-braunem Porphyr und einem SchlusRahmen von Mosaik, hoch drei bairische Schuh …“ Forschungsperspektiven Das neu erworbene Werk wird 2026 am Germanischen Nationalmuseum umfassend und interdisziplinär untersucht. Eine ausführliche wissenschaftliche Publikation ist für 2027 vorgesehen. Markus T. Huber und Heike Zech Miteigentum Ernst-von-Siemens Kunststiftung; gefördert durch Kulturstiftung der Länder, Rudolf-August Oetker-Stiftung sowie weitere private Stiftungen; vermittelt von Philipp Württemberg Art Advisory GmbHTheodori, Carl: Geschichte und Beschreibung des Schlosses Banz in Bayerns Oberfranken. München 1846. S. 45. (historische Beschreibung)Hoernes, Martin (Hg.): Jahresbericht der Ernst von Siemens Kunststiftung 2024/2025. Berlin: Ernst von Siemens Kunststiftung 2025. S. 68-69 (Heike Zech und Markus T. Huber).Graf, Bernhard: Sisis Familie. Herzoginnen und Herzöge in Bayern. München: Allitera Verlag 2025. S. 30.
(Erwähnung als archivalisch überliefertes Werk)Eisenmann, Joseph Anton: Geographische Beschreibung des Erzbistums Bamberg. Bamberg 1833. S. 315.
(historische Beschreibung)Jäck, P.(ater) Joachim Heinrich: Über Kunstrichterei oder den Unfug aberwitziger Kritik im Betreffe vaterländischer Kunstgegenstände überhaupt und der Malerei insbesondere. Bamberg 1817. S. 22, Fn p.
(historische Beschreibung)Franz-Duhme, Helga Nora: Zum Reliefstil von Angelo de Rossi (1671-1715). In. Jahrbuch der Berliner Museen, 29./30. Bd., 1987/1988. S. 217-234.
(Abbildung eines hinsichtlich Details und Maßen offenbar identischen Wachsreliefs)González-Palacios, Alvar: Luigi Valadier. Splendor in eighteenth-century Rome. Ausstellungskatalog Frick Collec-tion. New York 2018.
(Hinweis in Fußnote)
Unterkonstruktion: Holz, Stein</lido:displayMaterialsTech><lido:materialsTech><lido:extentMaterialsTech xml:lang="de">Äußerer Rahmen</lido:extentMaterialsTech></lido:materialsTech></lido:eventMaterialsTech></results>KG1377: Futteral Silberrelief Beweinung Christi / Valadiers Pietà Das nach dem Stifter als bisweilen als "Piusaltar" bezeichnete Werk ist der Funktion nach ein Altarblatt, das zuletzt in dieser Funktion in Schloss Banz, Oberfranken, in Verwendung war. Das zentrale Silberrelief zeigt die Beweinung Christi mit einer bemerkenswerten inhaltlichen Ergänzung: Parallel zur klassischen Hauptgruppe mit dem Leichnam Christi, betrauert von Maria, Maria Magdalena und Johannes, erscheint am Himmel eine Kreuzesvision, sodass das Erlösungswerk bereits im Bild präsent ist. Die Darstellung vereint somit den Tiefpunkt der Passionsgeschichte mit dem Triumph über Sünde und Tod. Der Blick des Johannes geht zum Kreuz und verbindet so die beiden inhaltlichen Ebenen. Ein vergoldeter Bronzerahmen mit Porphyreinlagen und 26, möglicherweise auf den Rosenkranz verweisenden silbernen Rosetten fasst das Relief unmittelbar. Er wird in den vier Ecken von Silberengeln geziert. Die unteren Engel erheben das Altarblatt quasi in Richtung Himmel, während die oberen Engel eine aus zartem goldenem Draht gestaltete Dornenkrone halten. Das Altarblatt ist auf eine rechteckige Rahmenplatte mit Messingeinfassung und dunkelblauem Glasmosaik aufgelegt. Dabei scheint die Materialanmutung von Lapislazuli beabsichtigt gewesen zu sein. Das Silberrelief und die den Rahmen tragenden Engel sind technisch herausragende gegossene Meisterwerke, deren Oberflächen in feinsten Graduierungen veredelt und nachbearbeitet wurde. So entstanden hochglänzend spiegelnde bis hin zu matten Bildzonen, dank derer die Darstellung selbst bei geringer Beleuchtung sehr gut erkennbar ist. Zur technischen Perfektion gesellt sich der herausragende Zustand der Oberflächen. Zuschreibung Relief und Engelsrahmen können auf der Basis einer in Privatbesitz befindlichen Werkstattzeichnung mit Sicherheit der Werkstatt Luigi Valadiers in Rom zugeordnet werden, der diese im Jahr 1759 von seinem Vater Andrea übernahm und bis zu seinem Freitod im Jahr 1785 führte. Diese beiden Daten geben den Rahmen für die Datierung des Reliefs vor, der auch durch die Provenienz gestützt wird (s.u.). Die Bildkomposition des Beweinungsreliefs ist jedoch älter und in weiteren Versionen bekannt. Sie wird Angelo de’ Rossi (1671-1715) zugeschrieben. Die Erfindung wurde für den Piusaltar teilweise inhaltlich redigiert (so trat an die Stelle des Golgota-Hügels die Kreuzesvision des Johannes) und auch stilistisch aktualisiert. Ein 1987 in einer Privatsammlung in Rom nachweisbares Wachsrelief steht dem zentralen Silberrelief des Piusaltars so nahe, dass ein Herstellungszusammenhang angenommen werden kann. Zum Altarblatt gehört die originale Schatulle (KG1377), die möglicherweise ebenfalls in Valadiers Werkstatt passgenau angefertigt wurde. Provenienz Papst Pius VI. (Giovanni Angelo Graf Braschi 1717-1799, ab 1775 Papst) machte das nach ihm benannte Altarblatt Maria Anna Pfalzgräfin von Birkenfeld-Zweibrücken (1753-1824; Heirat 1780; ab 1799 Herzogin in Bayern; Schwester Max I. Joseph, ab 1806 König von Bayern) – wohl stellvertretend für die gesamte Fürstenfamilie - zum Geschenk. Maria Anna heiratete 1780 Herzog Wilhelm Pfalzgraf von Pfalz-Birkenfeld zu Gelnhausen (1752-1837), ab 1799 Herzog in Bayern. Das Geschenk an Maria Anna erfolgte einer Inschrift in Schloss Banz und eines Briefes der Herzogin zufolge im Jahr 1786. Pontifex und Fürstin waren sich vier Jahre zuvor im Rahmen der kurzfristig anberaumten Stippvisite des Heiligen Vaters in Bayern auf dem Rückweg von einem offiziellen Besuch in Wien begegnet. Bei diesem Treffen sicherte der Papst zu, die Patenschaft für den Stammhalter zu übernehmen, ein Versprechen, das er nach der glücklichen Geburt Herzog Pius Augusts (1786-1837) am 1. August 1786 einlöste. Damals wurde auch das persönliche Geschenk des Papstes an die Mutter auf den Weg gebracht. Ikonographie und die Wahl des kostbaren Materials sind bemerkenswert. Das Bildthema mag auf das persönliche Schicksal Maria Annas Bezug nehmen, die zwei Wochen nach dem Zusammentreffen mit dem Papst 1782 ihr erstes Kind verloren hatte. Der außerordentliche Aufwand erklärt sich wohl daraus, dass der Papst das Werk als Geschenk an die Mutter des möglichen zukünftigen Kurfürsten verstand. (Da am 25. August 1786 auch der erste Sohn Max I. Josephs, Ludwig, geboren wurde, übernahm jener schließlich als König Ludwig I. von Bayern die Herrschaft). Die Fürstenfamilie residierte zunächst in Landshut und Bamberg und Benrath ehe Herzog Wilhelm Teile der ehemaligen Benediktinerabtei Banz als Sommerresidenz erwarb. In Schloss Banz bildete das Werk ab 1817 das Zentrum eines Alabasterretabels in der Privatkapelle der Familie. Das Silberrelief findet wiederholt in Archivalien Erwähnung, so auch in einem Schreiben der Herzogin Maria Anna, das zwischen 1815 und 1817 datiert werden kann, und Auskunft über die Gründe des diplomatischen Geschenks gibt: „dasjenige Bild, das Wir von dem TaufPathen Unseres Sohnes Liebden, Weiland Sr Päpstlichen Heiligkeit Pius VI zum Andenken unserer geistlichen Verwandschaft erhalten haben, nemlich die Abnehmung unseres Heilands vom Kreuze, in einem Stucke von Silber, erhabener Arbeit, mit einer Einfassung von röthlich-braunem Porphyr und einem SchlusRahmen von Mosaik, hoch drei bairische Schuh …“ Forschungsperspektiven Das neu erworbene Werk wird 2026 am Germanischen Nationalmuseum umfassend und interdisziplinär untersucht. Eine ausführliche wissenschaftliche Publikation ist für 2027 vorgesehen. Markus T. Huber und Heike Zech Miteigentum Ernst-von-Siemens Kunststiftung; gefördert durch Kulturstiftung der Länder, Rudolf-August Oetker-Stiftung sowie weitere private Stiftungen; vermittelt von Philipp Württemberg Art Advisory GmbHTheodori, Carl: Geschichte und Beschreibung des Schlosses Banz in Bayerns Oberfranken. München 1846. S. 45. (historische Beschreibung)Hoernes, Martin (Hg.): Jahresbericht der Ernst von Siemens Kunststiftung 2024/2025. Berlin: Ernst von Siemens Kunststiftung 2025. S. 68-69 (Heike Zech und Markus T. Huber).Graf, Bernhard: Sisis Familie. Herzoginnen und Herzöge in Bayern. München: Allitera Verlag 2025. S. 30.
(Erwähnung als archivalisch überliefertes Werk)Eisenmann, Joseph Anton: Geographische Beschreibung des Erzbistums Bamberg. Bamberg 1833. S. 315.
(historische Beschreibung)Jäck, P.(ater) Joachim Heinrich: Über Kunstrichterei oder den Unfug aberwitziger Kritik im Betreffe vaterländischer Kunstgegenstände überhaupt und der Malerei insbesondere. Bamberg 1817. S. 22, Fn p.
(historische Beschreibung)Franz-Duhme, Helga Nora: Zum Reliefstil von Angelo de Rossi (1671-1715). In. Jahrbuch der Berliner Museen, 29./30. Bd., 1987/1988. S. 217-234.
(Abbildung eines hinsichtlich Details und Maßen offenbar identischen Wachsreliefs)González-Palacios, Alvar: Luigi Valadier. Splendor in eighteenth-century Rome. Ausstellungskatalog Frick Collec-tion. New York 2018.
(Hinweis in Fußnote)