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Objekt / Inventarnr.: KG227

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Elefanten-Leuchter (Leuchter aus Bronze)

Inventarnummer: KG227
Datierung: Mitte 12. Jh.
Ort: Magdeburg
Material/Technik: Kupferlegierung, gegossen, ziseliert
Maße: H. 15,7 cm; L. 12 cm
Sammlung: Handwerksgeschichte
Kunsthandwerk bis 1800
Beschreibung:
"Ein naturnah erscheinender Elefant mit Schlachtturm, dessen Plattform als Traufschale für die Kerze dient. Rüssel und Stoßzähne als wichtigste Merkmale dieses Tieres sind ausgebildet, wenn auch sehr kleinformatig; der Rüssel sogar mit Andeutung seiner spezifischen Beweglichkeit. Naturfern hingegen sind die kleinen runden Ohren und die Beine mit langen Tatzen (oder Andeutung von Hufen). Lebhaft wirkt der Blick aus großen anthropomorphen Augen. Darüber wie auch entlang des Maules und der Beine verlaufen als graphische Ergänzung gestrichelte Linien, ausgeführt mit breitem Stichel. Der Schlachtturm ist zweigeschossig, mit rundbogigen Fenstern ausgestattet und gehalten von zwei gravierten Bauchgurten. Erträgt eine Plattform mit hoher zinnenbekrönter Wandung, in der sich der (erneuerte) Kerzendorn befindet. Die Wandung ist schachbrettartig gemustert, mit eingestellten Perlpunzen. Reihen von Perlpunzen verlaufen auch entlang der Turmwände und der Bauchgurte." Aus: Bild und Bestie. Ausst. Kat. 2008, S. 290 (Ursula Mende).
Beschriftung:
Wie in anderen Gattungen beherrschten fabelhafte Wesen auch die figürlichen Leuchter. Drachen- und Löwenleuchter waren verbreitet, Mischwesen aus Mensch und Tier tauchten vielfach auf. Elefanten- und Hirschleuchter gehörten wohl zu den Geräten, die auch außerhalb der Kirchen Verwendung fanden. Figuren waren auch Schmuck der opulenten Kronleuchter, die seit dem 15. Jh. neben die traditionellen Radleuchter traten.
Literatur:
Essenwein, August: Einige Leuchter für kirchlichen Gebrauch aus den Sammlungen des germanischen Museums. In: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, N. F., 1867, Nr. 12 (Sp. 367-373), Sp. 368 — Essenwein, August: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Kirchlichen Einrichtungsgegenstände und Geräthschaften (Originale). Nürnberg 1871, Kat. 227 — Essenwein, August: Kunst- und kulturgeschichtliche Denkmale des Germanischen National-Museums. Eine Sammlung von Abbildungen hervorragender Werke aus sämmtlichen Gebieten der Kultur. Leipzig 1877, Taf. II.3 — Meyer, Erich: Mittelalterliche Elefantenleuchter. In: Die Weltkunst, 19. Jg., H. 1, 1949, S. 4--5. — Meyer, Erich: Elefanten-Leuchter. In: RDK, Bd. IV, 1958, Sp. 1254--1256, Abb. 2. — Werner, Otto: Analysen mittelalterlicher Bronzen und Messinge. In: Archäologie und Naturwissenschaften 1, 1977, S. 179, Nr. 139. — Kahsnitz, Rainer: Die Kunst der mittelalterlichen Kirchenschätze und das bürgerliche Kunsthandwerk des späten Mittelalters. In: Das Germanische Nationalmuseum Nürnberg 1852-1977. Beiträge zu seiner Geschichte. Im Auftrag des Museums herausgegeben von Bernward Denecke und Rainer Kahsnitz. München-Berlin 1978 (S. 690-760), S. 710 — Ex aere solido. Bronzen von der Antike bis zur Gegenwart. Ausst. Kat. Westfälisches Landesmuseum, Münster; Saarland-Museum, Saarbrücken; Kestner-Museum, Hannover. Berlin 1983, S. 296, Abb. 20. — Mende, Ursula: Mittelalterliche Elefantenleuchter und die Magdeburger Gusswerkstatt. In: Anzeiger GNM 1986, S. 7-13, Abb. 1--3, 8, II. — Mende, Ursula: Kleinbronzen im Umkreis der Magdeburger Gußwerkstatt. Der Magdeburger Dom. Ottonische Gründung und staufischer Neubau. Herausgegeben von Ernst Ullmann. Leipzig 1989, S. 102. — Mende, Ursula: Schreibermönch und Superbia. Bronzeleuchter der Magdeburger Gusswerkstatt des 12. Jahrhunderts. In: Erzbischof Wichmann (1152--1192) und Magdeburg im hohen Mittelalter. Stadt - Erzbistum - Reich. Ausst. Kat. Kulturhistorisches Museum, Magdeburg. Hrsg. von Matthias Puhle. Magdeburg 1992, S. 106--107, Abb. 14--15. — Erzbischof Wichmann (1152--1192) und Magdeburg im hohen Mittelalter. Stadt - Erzbistum - Reich. Ausst. Kat. Kulturhistorisches Museum, Magdeburg. Hrsg. von Matthias Puhle. Magdeburg 1992, Nr. V.8. — Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. 4. überarb. Aufl. Nürnberg 1994, Nr. 36. — Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. Nürnberg 2001, S. 38. — Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. 962 bis 1806. Von Otto dem Großen zum Ausgang des Mittelalters. Ausst. Kat. Kulturhistorisches Museum, Magdeburg. Dresden 2006, Kat. IV.24 — Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 155, Abb. 138, S. 199, 407, Kat. 236. — Kaiser Friedrich II, 1194-1250. Welt und Kultur des Mittelmeerraums. Begleitband zur Ausstellung im Landesmuseum für Natur und Mensch, Oldenburg, 10.2.-15.6.2008, hrsg. von Mamoun Fansa und Karen Ermete. Mainz 2008, Kat. V.13 (Karen Ermete) — Bild und Bestie. Hildesheimer Bronzen der Stauferzeit. Ausst. Kat. Dom-Museum, Hildesheim. Regensburg 2008, S. 290, Nr. 22 (Ursula Mende). — Mythos Burg. Hrsg. von G. U. Großmann. Ausst. Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 2010, S. 30, Nr. 1.6 (Ralf Schürer). — Mende, Ursula: Die mittelalterlichen Bronzen im Germanischen Nationalmuseum. Bestandskatalog. Nürnberg 2013, S. 231-235, Kat. 75 (mit ausführlichen Literaturangaben)
 
 
3.3.130726