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Objekt / Inventarnr.: MM24

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Grisaille-Ornament mit blauem Scherengitter (Glasgemälde, spitzbogige Scheibe)

Inventarnummer: MM24
Datierung: um 1260/1270
Ort: Rheinland; Koblenz (?)
Material/Technik: farbiges Hüttenglas mit Schwarzlotmalerei, mittelalterliches Bleinetz
Maße: mit Rahmen: H. 76,8 cm, B. 61,7 cm, T. 1,5 cm; lichte Maße: H. 73,6 cm, B. 58,7 cm
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Spitzbogig geschlossene Grisaille-Ornamentscheibe mit farbigem Scherengitter: Die Scheibe zeigt zwei sich tangierende Vierpaßrosetten, die an ihren Berührungspunkten mit gelben Ringen verkettet sind. Überlagert wird das System durch ein blaues, mit roten und grünen Rosetten besetztes Scherengitter.
Beschriftung:
Die Ornamentscheibe vertritt eine Reihe hochkarätiger rheinischer Verglasungen, deren Farblosigkeit auf zisterziensischen Einfluß schließen lässt. Die Ordensstatuten untersagten farbige und figürliche Verglasungen. Die im Laufe des 13. Jahrhunderts immer stärker farbig durchsetzten Grisailleornamente wurden auch im nicht-zisterziensischen Kontext außerst populär. Die früher vermutete Herkunft aus Kloster Altenberg läßt sich nicht verifizieren.
Grisaille Ornamental Glass Panel with Blue Trelliswork. The ornamental glass panel represents a number of examples of Rhenish glazing of the highest quality. Its lack of color suggests Cistercian influence. The statutes of the Order prohibited colorful and figurative windows. Nonetheless, during the course of the 13th century grisaille decoration with ever more color began to establish itself. This pattern also became extremely popular in non-Cistercian build ings. The pattern shows quatrefoil rosettes behind blue trelliswork.
Literatur:
August von Essenwein: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Glasgemälde aus älterer Zeit. 2. Auflage. Nürnberg 1898, S. 8 mit Abb. (in der Weise der Verglasung von Altenberg und angeblich von dort stammend). — Heinrich Oidtmann: Die rheinischen Glasmalereien vom 12. bis 16. Jahrhundert, 1. Band. Düsseldorf, 1912, S. 137 (Das K.K. Museum Wien und das GNM besitzen Grisailletafeln nach "Altenberger Art"). — Rüdiger Becksmann: Rezension von Brigitte Lymant: Die mittelalterlichen Glasmalereien der ehemaligen Zisterzienserkirche Altenberg. Bergisch Gladbach 1979. In: Kunstchronik 34, 1981, S. 399, Abb. 3b (angeblich aus Altenberg stammend, den Scheiben aus Maria Laach sehr nahestehende, aber nicht zugehörige Scheibe). — Hartmut Scholz. In: Himmelslicht: europäische Glasmalerei im Jahrhundert des Kölner Dombaus (1248- 1349). Hrsg. von Hiltrud Westermann-Angerhausen u.a. Ausst.Kat. Josef-Haubrich-Kunsthalle und Schnütgen Museum der Stadt Köln. Köln 1998, S. 130f., Nr. 6 (verwandtes Muster in einer Grisaillescheibe auf Schloß Bürresheim; Herkunft vermutl. Koblenz). — Daniel Hess. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 246 [urn:nbn:de:bsz:16-artdok-47149], 419, Kat. 349, Abb. 216.
 
 
3.3.130726