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Objekt / Inventarnr.: MM809

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Eine von sieben Rechteckscheiben einer Kapellenverglasung: Apostel Judas Thaddäus (Glasgemälde, Rechteckscheibe)

Inventarnummer: MM809
Hersteller: Wiener Hof- oder Herzogenwerkstatt
Datierung: um 1380/1390
Material/Technik: Farbige Hüttengläser mit Schwarzlotmalerei und Silbergelb
Maße: H. 41,1 cm; B. 24,7 cm
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschriftung:
Sammelkommentar: Das kleine Format deutet auf die Herkunft aus einer Haus- oder Privatkapelle. Mit Zunahme der privaten Frömmigkeit wurden solche Räume im späten Mittelalter beliebt. Der ursprüngliche Standort der Scheiben ist unbekannt. Sie verteilten sich wohl auf drei Fenster: Diese zeigten das Leben Christi, die Passion sowie die zwölf Apostel. In Gliederung und Komposition ergeben sich damit engste Bezüge zu den vielen monumentalen Glasmalereizyklen der Werkstatt.
Literatur:
Wentzel, Hans: Meisterwerke der Glasmalerei. Berlin 1951, S. 97, Anm. zu Abb. 190 (erste Erwähnung des Zyklus und Zuordnung zu St. Erhard). — Wentzel, Hans: Meisterwerke der Glasmalerei. 2. Aufl. Berlin 1954, S. 99 (im Kontext zu einer Scheibe aus St. Erhart in der Breitenau: Hinweis auf einen weiteren Zyklus: Aukt. Kat. A. Zell, Hannover 18.5.1949, Nr. 56, Taf. 1). — Frodl-Kraft, Eva: Die mittelalterlichen Glasgemälde in Wien (CVMA Österreich I). Wien/Köln/Graz 1962, S. XXV (aus einer Privatkapelle stammender Zyklus; der österreichischen Forschung bislang völlig unbekannt, erst durch Wentzel entdeckt). — Glas, Form und Farbe. Ausst.Kat. Düsseldorf 1964 (Führer des Rheinischen Landesmuseums Nr. 10). — Bremen, Walter: Die alten Glasgemälde und Hohlgläser der Sammlung Bremen in Krefeld. Köln/Graz 1964, Nr. 10, S. 21. — Frodl-Kraft, Eva: Die österreichischen Glasgemälde der Sammlung Bremen in Krefeld. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 20, 1966, S. 33--45. — Lifsches-Harth, E.: Zur Wappenbestimmung der Stifterscheiben in der Sammlung Bremen. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 20, 1966, S. 45--47 (der Zyklus ist auf Grund der Rüstung des Stifters zeitlich vor St. Erhard und Viktring anzusetzen; erstmalige Identifizierung des Stifterpaares mit einem der großen innerösterreichischen Adelsgeschlechter: daraus leider keine Hinweise auf Datierung oder Lokalisierung abzuleiten: Rekonstruktion: wahrscheinlich zweibahniges Apostelfenster; Kindheit und Passion in einem oder zwei Fenster; der Zyklus präsentiert die gängige Hauptthemen des Ateliers in neuen Variationen etwa in der in seiben Varianten bekannten Darbringung. Frodl unterscheidet mindestens zwei Hände, von denen keine in St. Erhard zu finden ist). — Neuerwerbungen des Germanischen Nationalmuseums 1967. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmusems 1968, S. 164--169 mit 7 Abb. — Frodl-Kraft, Eva: Die mittelalterlichen Glasgemälde in Niederösterreich I (CVMA Österreich II, 1). Wien/Köln/Graz 1972, S. XXVII, 203,205,226, Textabb. 14. — Rosenauer, Artur. In: Die Kuenringer und das Werden des Landes Niederösterreich. Stift Zwettl. Ausst.Kat. Wien 1981, Nr. 125, Abb. 39 (Behandlung von vier Scheiben des Zyklus; Datierung Anfang 1380er Jahre; Hinweis auf ungewöhnlich Tracht der Frau, die identisch ist mir Stifterscheibe Herzog Albrechts III. in St. Erhard in der Breitenau). — Frodl-Kraft, Eva: The Stained Glass from Ebreichsdorf and the Austrian "Ducal Workshop". In: The Cloisters. Studies in honor of the fiftieth Anniversary, hrsg. von Elizabeth C. Parker. The Metropolitan Museum of Art, New York 1992, 385--407 (S. 397 und Abb. 11: Stifterscheibe). — Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 119, 248--250, 271, 420, Kat. 358, Abb. 221--222, 240--242.
 
 
3.3.130726