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Objekt / Inventarnr.: Pl.O.201

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Antependium (Relief aus Kupfer)

Inventarnummer: Pl.O.201
Datierung: um 1220/30
Ort: Schleswig oder Jütland; Holstein ID: 7003679;
Material/Technik: Kupfer über Eichenholzkern - getrieben; bemalt; vergoldet; Braunfirnis
Maße: H. 102 cm; B. 202,5 cm
Marke/Inschrift: LVX. EGO. SVM. VITE. PER. ME. SVP. ASTRA. VENIT. EST. DEVS. HIC. REGNANS. HIC. SACRATVR. ET. EBIBITVR. ROSEVS. CRVOR. AGNI. PER. QVEM. SVLPHVREI. TEPVIT. VIOLENTIA. STAGNI. SVO. LVX. ETERNA. RESIDENS. IN. SEDE. SVPERNA.
Sammlung: Handwerksgeschichte
Kunsthandwerk bis 1800
Beschreibung:
Christus in der Mandorla, der mandelförmigen Gloriole, thront im Zentrum. In den Zwickeln des Spitzovals liegen die Evangelistensymbole. Über Christus die Taube, unter ihm das Lamm. Zu beiden Seiten je zwei übereinanderstehende Rundbogenarkaden mit den zwölf Aposteln. Ringsherum die Inschrift: LVX. EGO. SVM. VITE. PER. ME. SVP. ASTRA. VENIT. EST. DEVS. HIC. REGNANS. HIC. SACRATVR. ET. EBIBITVR. ROSEVS. CRVOR. AGNI. PER. QVEM. SVLPHVREI. TEPVIT. VIOLENTIA. STAGNI. SVO. LVX. ETERNA. RESIDENS. IN. SEDE. SVPERNA. Der Schmuck des Altartisches durch kostbare Vorhänge oder Vorsätze aus anderen Materialien, sogenannte Antependien, ist ein sehr alter christlicher Brauch. Die aus Quern bei Flensburg stammende Tafel wurde zwar in späterer Zeit mit Flügeln versehen und als Altaraufsatz verwendet, stellte aber ursprünglich ein solches Antependium dar. Das Antependium gehört zu einer Reihe noch erhaltener vergleichbarer Tafeln aus Jütland.
Beschriftung:
Der Altar ist das kultische Zentrum der Kirche und wurde entsprechend ausgestattet. Kunstvoll gearbeitete Verkleidungen aus Holz, Metall oder Textil, sogenannte Antependien, schmückten die Seiten des Altars. Das aus Quern bei Flensburg stammende Antependium besteht aus einem in Kupfer getriebenen und vergoldeten Relief. In der Mitte erscheint Christus in einer Mandorla, umgeben von den Evangelistensymbolen und den zwölf Apostel.
Literatur:
Brandt, Gustav : Das schleswig-holsteinische Frontale im germanischen Museum. In: Mitteilungen des Germanischen Nationalmuseums 1896, S. 121--130 u. Taf. IV W — Josephi, Walter: Die Werke plastischer Kunst (Kataloge des Germanischen Nationalmuseums). Nürnberg 1910, Nr. 132 mit Taf. XII. — Norlund, Poul: Gyldne altre Jysk Metalkunst fra Valdemarstiden. Kopenhagen 1926, S. 5, Fig. 5. — Schröder, Albert. In: Niederdeutsche Monatshefte, Bd. 7, 1932, S. 47--50. — Linthio, E.: Frontal i Lygsjö. Lund 1954. — Kruse, Joachim: Das Querner Antependium. Phil.Diss. Kiel 1958. — Kruse, Joachim: Das Kupfergold. Antependium aus Groß-Quern in Angeln. In: Nordelbingen, Bd. 30, 1961, S. 83--99. — Bildführer des Germanischen Nationalmuseums 1977, Nr. 50 mit Abb. — Schütte, Gisela: Romanische Altarkunst in Dänemark von 1100 bis 1230. Diss. Graz 1972/73 (angezeigt: Kunstchronik 1973, S. 247). — Kahsnitz, Rainer: Die Kunst der mittelalterlichen Kirchenschätze und das bürgerliche Kunsthandwerk des späten Mittelalters. In: Das Germanische Nationalmuseum Nürnberg 1852--1977. Beiträge zu seiner Geschichte. Hrsg. von Bernward Deneke und Rainer Kahsnitz. München/Berlin 1978, S. 690--760 (733/34) u. Abb. 378 (zu den Erwerbungsumständen). — Asmussen, Peter: Das Antependium aus der Kirche zu Quern. In: Jahrbuch des Heimatvereins der Landschaft Angeln, Jg. 46 (1982), S. 11--17. — Groß, W. Ulrich (Hrsg.): Treasures of Human Art & History, München 2002, S. 35. — Hess, Daniel: Vom Antependium zum Retabel: Tafelmalerei im 13. Jahrhundert. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert, Nürnberg 2007, S. 185--191, S. 185--186, Abb. 169. — Hess, Daniel: Die Bildwelt des Altars. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert, Nürnberg 2007, S. 290--298, S. 290, Abb. 259. — Zander-Seidel, Jutta: Liturgische Gewänder und Insignien. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert, Nürnberg 2007, S. 309--323, S. 309. — Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, s. 185--186, 189, 290, 309, 432, Kat. 448, Abb. 169, 259.
 
 
3.3.130726