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Objekt / Inventarnr.: Pl.O.211

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Altarretabel aus der Kapelle des Nürnberger Zwölfbruderhauses (Altarretabel aus Lindenholz)

Inventarnummer: Pl.O.211
Museen der Stadt Nürnberg
Hersteller: Nürnberger Meister nach einem Entwurf Albrecht Dürers
Datierung: 1511
Ort: Nürnberg
Material/Technik: Lindenholz - farbig gefasst, vergoldet
Maße: H. 284 cm; B. 213 cm; T. 33 cm
Sammlung: Skulptur bis 1800
Beschreibung:
Nach dem Entwurf Albrecht Dürers von 1508. Das Bogenfeld wird von einem Hochrelief des Herrn in seiner Herrlichkeit nebst Maria und Johannes ausgefüllt. Maria betet, Johannes fleht nach oben gewendet. Christus thront auf dem Regenbogen, die Rechte segnend ausstreckend. Über einer Predella erheben sich auf kannelierten Säulen ein Gebälk und ein halbrundes Giebelfeld, die in geschnittenen Figuren eine Darstellung des Jüngsten Gerichts tragen. Die Mitte nahm eine heute in Wien befindliche Tafel mit der Anbetung der Hl. Dreifaltigkeit von Dürers eigener Hand ein. Um eine Vorstellung von der ursprünglichen stilistischen wie inhaltlichen Einheit zu vermitteln, wurde dem originalen Altar eine Kopie des Gemäldes eingefügt.
Beschriftung:
Die Rahmenarchitektur symbolisiert den Tempel des Alten Bundes. Durch seine Pforte blickte man auf die Darstellung des Paradieses. Das Schnitzwerk des Jüngsten Gerichts beinhaltet Selige und Verdammte sowie den thronenden Christus, flankiert von Maria und Johannes d.T. als Fürbittern. Es handelt sich um das erste Altarretabel italienischen Typs in Deutschland. Der reiche Bergwerksbesitzer Matthäus Landauer hatte den Altar für das von ihm errichtete Zwölfbrüderhaus gestiftet. Das Gemälde gelangte 1585 nach Prag.
Frame of the Painting "Adoration of the Trinity" by Albrecht Dürer. Limewood, polychromed and gilded. The frame's architectural character symbolizes the Temple of the Old Covenant. Through its portal was seen the depiction of Paradise. The carving of the Last Judgment shows the Blessed and the Damned as well as the enthroned Christ, flanked by Mary and John the Baptist as intercessionaries. This is the first Italianate altarpiece in Germany. Matthäus Landauer commissioned the altarpiece for the Zwölfbrüderhaus, a charity home for 12 elderly craftsmen. The painting itself was taken to Prague in 1585, later to Vienna.
Literatur:
Bösch, Hans: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Originalskulpturen. Bestandskatalog. Nürnberg 1890, Nr. 318. — Wölfflin, Heinrich: Die Kunst Albrecht Dürers, München 1908, S. 193. — Josephi, Walter: Kataloge des Germanischen Nationalmuseums. Die Werke plastischer Kunst. Bestandskatalog. Nürnberg 1910, Nr. 301--302. — Loßnitzer, Max: Veit Stoß. Die Herkunft seiner Kunst, seine Werke sein Leben. Leipzig 1912, S. 149, 204. — Albrecht Dürer. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum. Bearb. von Walter Fries. Nürnberg 1928, S. 62--63. — Habich, Georg: Die Kleinplastik der deutschen Renaissance. In: Jahrbuch für bildende Kunst 1929/30 , S. 53 ff. - Karl Simon: Figürliches Kunstgerät aus deutscher Vergangenheit. Königstein i.T. o.J., S. 71, 125. — Tietze, Hans: Der Rahmen von Dürers Allerheiligenbild. In: Pantheon, Bd. 8, 1931, S. 318--324. — Katalog der Veit Stoß-Ausstellung im Germanischen Museum. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Bearb. von Eberhard Lutze. Nürnberg 1933, Nr. 53. — Peter Flötner und die Rennaissance in Deutschland. Ausst. Stadt Nürnberg/Germanisches Nationalmuseum in der Fränkischen Galerie am Marientor, 14. Dez. 1946--28. Februar 1947. Nürnberg 1946. S. 16, Nr. 24. — Stafski, Heinz: Die Vischer-Werkstatt und ihre Probleme. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 21, 1958, S. 18. - Brückner, Wolfgang: Die Sprache christlicher Bilder (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Bd. 12). Nürnberg 2010, S. 104-105. — Kriegbaum-Müller: Nürnberg. Deutscher Kunstverlag 1967 (Rahmen und Original der Bilder verlangt). — Rasmussen, Jörg: Die Nürnberger Altarbaukunst der Dürerzeit. Hamburg 1974, S. 20--32. — Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Führer durch die Sammlungenn. München 1977. S. 84, Nr. 207. — Rasmussen, Jörg: Kleinplastik unter Dürers Namen. In: Städel-Jahrbuch, N.F. Bd. 9, 1983, S. 140. — Decker, Bernhard: Dürer und Grünewald. Der Frankfurter Heller Altar. Rahmenbedingungen der Altarmalerei. Frankfurt 1996, S. 46--49. — Hess, Daniel: Überleben in der Kunst. In: Mäzene, Schenker Stifter. Hg. v. Ulrich Großmann, Nürnberg 2002, S. 451, 465. — Quasi Centrum Europae. Europa kauft in Nürnberg. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 2002, Kat. Nr. 188, S. 458-459. — Vgl. Bucher und Gnauth: Das Kunsthandwerk I, S.32. — Faszination Meisterwerk. Dürer, Rembrandt, Riemenschneider. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Hrsg. von G. Ulrich Großmann. Nürnberg 2004, S. 52--54. — Kammel, Frank Matthias : Skulptur der Dürerzeit. In: Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 3) Nürnberg 2010, S. 80, Abb. 27, 422.
 
 
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