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Objekt / Inventarnr.: Pl.O.3174

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Hebe (Figur aus Mamor)

Inventarnummer: Pl.O.3174
Hersteller: Nahl, Samuel
Datierung: 1791
Material/Technik: italienischer Marmor
Maße: H.120 cm; B 47 cm; T. 32 cm
Marke/Inschrift: S. NAHL/ FE: 1791
Sammlung: Skulptur bis 1800
Beschreibung:
Die Figur steht auf einem runden Sockel. Das rechte Standbein stützt an einem Baumstumpf. Das linke Spielbein ist stark angezogen. Um den Unterkörper des nackten Leibes ist in antiker Manier ein großes Tuch geschlungen und über der linken Hüfte verknotet. Das andere Ende der fülligen Stoffbahn ist elegant über den angewinkelten linken Unterarm der Gestalt gelegt. In der linken Hand hält die Figur eine Kanne, in der rechten eine Trinkschale, die sie dem Betrachter entgegenhält. Der Kopf ist nach links geneigt und blickt sinnend auf die Kanne. Die Frisur ist im antiken Stil gehalten. Die langen Haare fallen lockig über die Schultern. Ein Teil der Haare ist am Hinterkopf zopfartig hochgebunden. Über der Stirnmitte ist das Haar gescheitelt. Die Stirn schmückt ein Band. Gemeißelte Signatur auf Unterseite des runden Mamorsockels: S. Nahl/ FE: 1791.
Beschriftung:
Ähnlich wie Aurora, Verkünderin des jungen Tages, versinnbildlichte Hebe, die griechische Göttin der Jugend, das klassizistische Lebensgefühl einer neu anbrechenden Zeit. An die Stelle der gefühlsgeladenen und raumgreifenden Gesten barocker Skulpturen ist bei Nahl eine ruhige, in sich gekehrte Haltung getreten. Die Drapierung umspielt die Gestalt nicht mehr in bauschigen Wogen. Vielmehr schmiegt sich der Stoff wie bei antiken Figuren den Köperformen an und hebt das Natürlich-Lebendige des Körperlichen hervor. Nahl benutzte Antiken-Eindrücke als Inspiration, um in der Darstellung des menschlichen Körpers das klassizistische Ideal menschlicher Schönheit/natürlicher Vollkommenheit aufscheinen zu lassen.
Literatur:
Knackfuß, Hermann: Geschichte der Königlichen Kunstakademie zu Kassel. Aus den Akten der Akademie zusammengestellt, Kassel 1908, S. 35 und S. 115. — Ursula Peters: Hebe, Göttin der Jugend. In: Monatsanzeiger, 1992, S. 1129. — Ursula Peters: Samuel Nahl, Hebe, 1791. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1993, S. 335-336. — Ursula Peters: 19. Jahrhundert. In: Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlung. Nürnberg 2012, (S. 173-180), S. 174.
 
 
3.3.130726