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Objekt / Inventarnr.: Pl.O.33

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Kruzifixus aus der Kölner Damenstiftskirche St. Maria im Kapitol (Figur aus Weiden- und Nussbaumholz)

Inventarnummer: Pl.O.33
Datierung: Kruzifixus: um 1160; Haupt: um 1220 ergänzt
Ort: Rheinland; Köln, ID 1003171; Köln ID: 1003171; Köln
Material/Technik: Kruzifixus: Weidenholz; Haupt: Nussbaumholz - Corpus stark ausgehöhlt, Beine mit Körper ein Stück, Arme angestückt; mit alter farbiger Fassung; Rückseite durch zwei Bretter bis auf schmalen Spalt geschlossen; Lendenbekleidung (hinter angehobenen Knien) von unten mit Brett geschlossen
Maße: Corpus: H. 220 cm; B. 200 cm; T. 35,5 cm; Kreuz: H. 352 cm; B. 263 cm
Sammlung: Skulptur bis 1800
Beschreibung:
Bleiches Inkarnat. Lendenschurz weiß mit goldenen Säumen und roter Unterseite. Das Kreuz grün mit roten Rändern. Im Schnittpunkt der Balken rote Scheibe mit blauem Schrägkreuz. Der Leib hängt nach links durch und winkelt die Beine nach rechts ab. Die Füße sind übereinander genagelt, das repräsentiert den frühesten Dreinageltyp: Bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zeigten Bilder des Gekreuzigten Christus mit vier Nägeln ans Kreuz geschlagen, mit nebeneinander gestellten Füßen. Trotz der Neigung zur monumentalen Vereinfachung wird hier das Bemühen um die Wahrheit des Erscheinungsbildes deutlich: Die Brust hat modellierte Rippen, der Bauch ist weich vorgewölbt. Die Neigung des Hauptes und das schräge Durchhängen des Körpers mit abgewinkelten Beinen veranschaulichen Leiden und Sterben. Der später ergänzte Kopf entstand erst um 1220 unter dem Einfluss der klassischen Kathedralplastik Frankreichs.
Beschriftung:
Das monumentale Bildwerk stammt aus der Kölner Stiftskirche St. Maria im Kapitol. Es diente vermutlich als Triumphbogenkreuz. Schräggestellter Körper und erhöhter rechter Arm sind seit dem um 970 entstandenen Gero-Kreuz Merkmale kölnischer Kruzifixe. Die Gebärden veranschaulichen das Leiden und Sterben. Das später entstandene Haupt zeigt den Einfluss der klassischen Kathedralplastik Nordfrankreichs.
Literatur:
Beer, Manuela ..... — Stafski, Heinz: Die Bildwerke in Stein, Holz, Ton und Elfenbein bis um 1450 (Die mittelalterlichen Bildwerke Bd. 1). Nürnberg 1965, S. 33, Abb. S.34f. — Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. München 1977, S. 25, Nr. 40. — Zander-Seidel, Jutta: Das Germanische Nationalmuseum und das Mittelalter. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert, Nürnberg 2007, S. 9--26, S. 15. — Kammel, Frank Matthuias: Kreuz und Kruzifixus. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert, Nürnberg 2007(Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2) S. 15, 125--137, S. 132--133, 403, Kat. 192, Abb. 120. — Zander-Seidel, Jutta und Kammel, Frank Matthias: Mittelalter. In: Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. Nürnberg 2012, (S. 39-84), S- 50-51.
 
 
3.3.130726