Objektansicht

Objekt / Inventarnr.: Pl.O.3353

 Aktionen

 

 QR Code

imageGrößere Ansicht

Die Überlebenden (Plastik)

Inventarnummer: Pl.O.3353
Hersteller: Scherer, Hermann
Datierung: 1925/26
Material/Technik: Pappelholz
Maße: H. 207,0 cm
Sammlung: 19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Beschriftung:
Scherer zählt zu dem Kreis junger Baseler Maler und Bildhauer, die wichtige Impulse durch Ernst Ludwig Kirchner empfangen, der seit 1917 in der Schweiz lebt. Er vertritt jene zweite Generation des Expressionismus, die nach dem Ersten Weltkrieg und durch dessen Erschütterung geprägt an die Öffentlichkeit drängt. Der Weltkrieg hat die Kehrseite modernen Fortschritts vor Augen geführt, nämlich die Entwicklung eines ungeheuerlichen Zerstörungs- und Vernichtungspotentials. Fortschritt fiel nicht mehr mit dem Fortschritt der Menschen zusammen, sondern konnte durch blinde Zweckrationalität die Auslöschung des Menschen bedeuten. Scherers Figuren sind Chiffren für die erbarmungswürdige Existenz. Seine monumentale Skulptur erinnert an Totenpfähle der Naturvölker, deren Darstellung eine kollektiv verbindendev Funktion haben. Die drei Figuren wirken eng zusammengedrängt. Mit stumpfem Blick verharren sie in ihrem Entsetzen vor der Katastrophe, die sie überlebt haben. Scherer vergegewärtigt dieses Entsetzen gleichsam als Zuflucht seiner Überlebenden, von der aus sie einer ungewissen Zukunft begegnen.
Literatur:
Peters, Ursula: Ein Mahnmal für die Menschen des 20. Jahrhunderts. Hermann Scherer Skulptur "Die Überlebenden" in: Monatsanzeiger. Museen und Ausstellungen in Nürnberg Juni 2002, 255, S. 2-3. — Peters, Ursula: Hermann Scherer, Die Überlebenden, 1925/1926 in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2003, S. 260-264.
 
 
3.3.130726