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Objekt / Inventarnr.: T35

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Goldhaube einer Nürnberger Patrizierin (Flinderhaube) (Kopfbedeckung (Damen))

Inventarnummer: T35
Datierung: um 1650/1700
Ort: Nürnberg
Material/Technik: Seide, gelb, Knüpftechnik, Flindern Metall, geklöppelte Metallborten, Polsterung
Maße: H. 31 cm, B. 43 cm, T. 19 cm
Sammlung: Textilien und Schmuck
Beschreibung:
Voluminöse Rundhaube aus geknüpfter, goldfarbener Seide mit Metallflindern, die frei in eingearbeite Stege aus seidenumwickelten Draht eingehängt sind. Diese Machart kennzeichnet die Haube als in Inventaren des 17. Jahrhunderts überliefert patrizische Standeshaube. Den Gesichtsausschnitt umläuft ein schmaler, geknüpfter rand ohne Flidnern, im Innern polsternde Seidenwülste. Unten hinten wird der Haubenrand von einem Seidenband zusammengehalten, das in der aktuellen Montierung in einer Schleife endet.
Beschriftung:
Die Flinderhaube war in der Nürnberger Kleiderordnung von 1657 ausschließlich dem Ersten Stand zugelassen. Damals hatten Barett und Hut längst in die Frauenkleidung Eingang gefunden. Die das Haar verhüllende Haube entsprach der konservativen Ausrichtung der patrizischen Standeskleidung.
Gold spangled headdress of a Nuremberg patrician woman. In the Nuremberg sumptuary law of 1657 only the upper class was permitted to wear a gold-spangled headdress. Berets and hats had at that time long been accepted as a part of women’s dress. The bonnet which completely concealed the hair reflected the conservative trend in patrician social dress.
Literatur:
In Mode. Kleider und Bilder aus Renaissance und Frühbarock. Hrsg. von Jutta Zander-Seidel. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 2015, S. 64-65, 273 (technologische Angaben), Kat.-Nr. 31. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 158 - 159, 396, Nr. 86. — Manfred H. Grieb (Hrsg.): Nürnberger Künstlerlexikon: bildende Künstler, Kunsthandwerker, Gelehrte, Sammler, Kulturschaffende und Mäzene vom 12. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. München 2007, Bd. 1. — Friedrich Kobler: Flitter (Flinder). In: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte, Bd. 9, 2003, Sp. 1273-1274, Abb. 4. — Von teutscher Not zu höfischer Pracht 1648--1702. Ausst. Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 1998, Nr. 91. — Andreas Tacke: Die Gemälde des 17. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Nürnberg (Bestandskatalog). Mainz 1995, S. 317. — Jutta Zander-Seidel: Textiler Hausrat. Kleidung und Haustextilien in Nürnberg von 1500-1650. München 1990, S. 119-124. — Leonie von Wilckens: Das Kleid des Menschen und sein Schmuck. Standesabzeichen, Pilgerkleid und modische Stilisierung. In: Das Schatzhaus der deutschen Geschichte. Das Germanische Nationalmuseum. Hrsg. Von Rudolf Pörtner. Düsseldorf-Wien 1982, S. 373, Abb. 8. — Goes, Albrecht: Die Frau. In: Blätter der Frankfurter Zeitung, 26.2.1939, 21. Jhrg., Nr. 4, o. P. — GNM, DKA, Nürnberg Kunsthandwerk Paumgartner Georg, Inventar und Beschreibung der Zubringung Sabina Baumgartner, geb. Harsdörfer, 1640. — Nürnberg, Stadtarchiv, YY 1166, Zubringung Margaretha Kastenbein bei ihrer Heirat mit dem Erbarn Lorenz Neuhofer, 1628, April 20.
 
 
3.3.130726