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Objekt / Inventarnr.: Pl.O.509

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Erzengel Michael im Kampf mit Luzifer (Statuette aus Silber und Bronze)

Inventarnummer: Pl.O.509
Hersteller: Neapolitanischer Goldschmied, nach Modell des Lorenzo Vaccaro (1655-1706)
Datierung: Ende 17. Jh.
Ort: Italien; Neapel ID: 7004474; Neapel
Material/Technik: Silber- und Kupferlegierung, teilvergoldet; Hölzer, Schildpatt, Metallfolie
Maße: H.(mit Sockel) 57 cm; H.(Figurengruppe) 36 cm; B. 29,5 cm; T. 22,5 cm
Marke/Inschrift: "quIs UT DEuS"
Sammlung: Handwerksgeschichte
Kunsthandwerk bis 1800
Beschreibung:
Rundplastische Statuette auf achteckigem profiliertem Sockel mit vier als Masken gestalteten Füßen. Der Erzengel Michael ist in halb schwebender, halb stehender Haltung mit ausgebreiteten Flügeln und angewinkeltem rechtem Bein dargestellt. Sein linker Fuß ruht auf der Hüfte eines bis auf ein Lendentuch nackten Mannes, der auf horizontal züngelnden Flammen liegt und durch spitze Ohren als Teufel gekennzeichnet ist. Der überwundene Luzifer wendet den Kopf von Michael ab und reckt die Arme und das linke Bein abwehrend aus. Michael hält Luzifer mit der gesenkten linken Hand einen hochovalen Schild entgegen, während er mit der erhobenen Hand ein Flammenschwert gegen ihn zückt. Michael trägt eine antikisierende Rüstung, zu der ein mit Ranken und einem plastischen Blattbüschel über einer nach vorn gerichteten Volute verzierter Helm, ein mit Ranken und Beschlagwerk geschmückter Brustpanzer mit Zaddeln über einem kurzen Waffenrock und halbhohe, geschnürte Sandalen gehören. Um den rechten Oberarm ist ein schmales Manteltuch geschlungen, das über den Rücken führt und neben der linken Hüfte in einer breiteren Bahn herabhängt. Auf dem schlichten Schild, dessen Rahmen von zwei flachen C-Schwüngen gebildet wird, steht als lateinische Übersetzung des hebräischen Namens Michael "quIs UT DEuS". Der achtseitige Sockel besteht aus einer dreiteiligen profilierten Unterplatte, einem gekehlten, sich nach oben verjüngenden Mittelteil und einer wiederum dreiteiligen, profilierten oberen Platte. Die Maskenfüße werden von Voluten mit seitlichen C-Schwüngen gebildet, deren nach vorn eingerollter Mittelteil den Haarschopf einer Teufelsmaske mit Spitzohren, weit geöffneten Augen unter zusammengezogenen Brauen und großem, aufgerissenem Mund markiert. (Beschreibung aus: Maué, Claudia: Die Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Bd. 2. Mainz 2005, Kat. Nr. 225)
Beschriftung:
Der Sturz Luzifers durch den Erzengel Michael wurde im Streit der Konfessionen als Gleichnis genutzt. Die katholische Kirche stellte mit dem Engelssturz ihren Kampf gegen die "Irrlehren" der Reformation dar.
Archangel Michael and Lucifer. Silver and copper alloy, parcel gilt; woods, tortoise shell, metal foil. The Archangel Michael Casting Lucifer Out of Heaven was used as a parable in the conflict between the confessions. The Catholic Church used the Fallen Angel theme to depict its battle against the "heretical teachings" of the Reformation.
Literatur:
Auktionshaus Nagel, Stuttgart. Katalog zur 416. Auktion, 9.6.2010, Los 472 (Vergleichsstück) — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 133, 462, Abb. 102. — Maué, Claudia: Die Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Teil 2: Bayern, Österreich, Italien, Spanien. Mit kunsttechnologischen Untersuchungen von Katja Telp und Holzartenbestimmungen von Gudrun Weiner. Bestandskatalog. Mainz 2005, Nr. 225. S. 291--294 m. Abb. — Schlegel, Ursula: Die italienischen Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Erwerbungen von 1978 bis 1988 (Die Bildwerke der Skulpturengalerie Berlin, Bd. I A). Berlin 1988, S. 63 (erwähnt). — Bologna, Ferdinando: A Silver Sculpture Ascribed to Domenico Antonio Vaccaio. In: The Burlington Magazine, Bd. 921, 1979, (S. 220--225), S. 225, Abb. 32. — Gonzalez-Palacios, Alvar: Domenico Antonio Vaccaros St. Michael. In: The Burlington Magazine August 1979, S. 518. — Zum Künstler: Allgemeines Lexikon der bildenden Künste. Von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Leipzig 1942, S. 27--29. — Josephi, Walter: Die Werke plastischer Kunst (Katalog des Germanischen Nationalmuseums). Nürnberg 1910, Nr. 188, S. 92--93.
 
 
3.3.130726