Titel
Büstenförmiges Fragment einer Heiligen
Allgemeine Bezeichnung
Figur, Fragment aus Sandstein
Inventarnummer
Pl.O.2186
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Ober-Rhein ID: 7013245; Freiburg im Breisgau
Herstellungsdatum
um 1290
Maße
H. 32 cm; B. 28 cm; T. 17,5 cm
Material und Technik
grauer feinkörniger Sandstein - Rückseite flüchtig bearbeitet, Reste einer alten Farbfassung
Vitrinentext
Die Büste ist das Fragment einer Ganzfigur. Sie wurde um 1900 in der Mauer eines Hauses in Villingen am Schwarzwald entdeckt. In ihrer sekundären Verwendung war sie billiges Baumaterial. Ursprünglicher Aufstellungsort könnte ein Portalgewände gewesen sein. Ihr anonymer oberrheinischer Meister gehörte der Freiburger Münsterbauhütte an. Enge stilistische Beziehungen bestehen zu Skulpturen der Münstervorhalle, die Formen der Straßburger Bildhauerei reflektieren.

Beschreibung
Teil einer Wandfigur mit Spuren von Bemalung und Vergoldung. Der jugendliche Kopf ist leicht nach rechts geneigt. Das regelmäßig gewellte Haar wird von einem Kronreif zusammengehalten, den Kopf umhüllt der nach rückwärts auf die Schultern fallende, vorn leichte Trillerlinien bildende Schleier. Die Oberlippe in der Mitte mit zwei scharfen Graten. Der Hals frei, mit ringförmiger Einschnürung. Das Gewand über der Brust von einer Rosette zusammengehalten.
Literatur
Pinder: Mittelalterliche Plastik Würzburgs. Taf. XI, Kopf vom Hauptportal des ehem. Augustinerklosters, Text S. 33 unten ff.
Stafski, Heinz: Die Bildwerke in Stein, Holz, Ton und Elfenbein bis um 1450 (Die mittelalterlichen Bildwerke Bd. 1). Nürnberg 1965, S. 204, Abb. 183, 206.
Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. München 1977, S. 29, Nr. 52.
Kammel, Frank M.: Figur und Raum: Mittelalterliche Monumentalskulptur. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert, S. 229--239, S. 230, Abb. 208.
Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 230, 418, Kat. 341, Abb. 208.