Titel
Johannes der Täufer
Allgemeine Bezeichnung
Figur aus Lindenholz (Pl.O.2205/2206; Hll. Johannes`)
Inventarnummer
Pl.O.2206
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Oberrhein; Oberrhein ID 7013245; wohl Freiburg
Herstellungsdatum
um 1520/ 25
Hersteller
Meister HL (um 1480-um1533)
Meister HL; um 1480- um 1533 (Bildhauer)
Maße
H. 150 cm; B. 48 cm; T. 30 cm
Material und Technik
Lindenholz - monochrom getönt
Vitrinentext
Das Zusammenspiel des ausgemergelten, muskulösen Körpers, des knochigen Gesichtes und des nervös geknitterten Gewandes spiegelt die innere Unruhe des Täufers wider. Die Darstellung beschreibt eindrucksvoll den in der Wüste lebenden Asketen, der sich von Honig und Heuschrecken ernährte. Das Lamm symbolisiert Christus, der als unschuldiges Opfer die Sünden der Welt auf sich genommen und gesühnt hat. Die Figuren der beiden hll. Johannes waren gemeinsam in einem Flügelaltar aufgestellt.

John the Baptist. Limewood, monochrome tint. The interplay of the gaunt muscular body, the bony face and the frenetically wrinkled robe reflect the inner restlessness of the Baptist. The depiction expressively describes the ascetic, subsisting in the desert on honey and locusts. The lamb symbolizes Christ the innocent victim, who took the sins of the world upon himself and atoned for them. The figures of the two Saint Johns were mounted together in a winged altarpiece.

Beschreibung
Standfiguren in Dreiviertel-Vollplastik. (Mit dazugehörigem Johannes der Evangelist). Die Figuren des Täufers und des Evangelisten Johannes bildeten ursprünglich wohl die Innenseiten des Flügel eines verschollenen Altars. Die Handschrift des Schnitzers ist unverwechselbar. Die Gewänder seiner Figuren sind nicht allein Körperhüllen, sondern führen als abstrakte Gebilde ein Eigenleben.
Literatur
Bezold, Gustav von: Zwei Holzfiguren Johannes Baptista und Johannes Evangelista. In. Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1913, S. 26.
Demmler, Theodor: Der Meister des Breisacher Hochaltars. In: Jahrbuch der Königlich-preußischen Kunstsammlungen. Bd. 35. 1914, S. 120--123.
Münzel, Gustav: Der Mutter-Anna-Altar im Freiburger Münster und sein Meister. In: Freiburger Münsterblätter, Bd. 10, 1914, S. 63--64, 70.
Der Cicerone, Bd. XIV, Jg. Heft 3, 1922, S. 118.
Abbildungen in Wenke-Aufsatz. In: Feuer, Jg. 3, Heft 5, Febr. 1922, S. 169 .
Schmitt, Otto: Oberrheinische Plastik im ausgehenden Mittelalter. Freiburg i.B. 1924, S. 52--53 .
Pinder, Wilhelm: Die deutsche Plastik vom ausgehenden Mittelalter bis zum Ende der Renaissance (Handbuch der Kunstwissenschaft, Bd. II,2). Potsdam 1929, S. 477--478.
Mittelalterliche Plastik. Ausst.Kat. Kunsthalle Basel 1934, Nr. 103, 104.
Sommer, Clemens: Der Meister des Breisacher Hochaltars. In: Zeitschrift des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 3, 1936, S. 261, Abb. 18.
Gombert, Hermann: Untersuchung Werk des Meisters H.L. In: Das Münster, 1/1981, S. 22.
Schindler, Herbert: der Meister HL = Hans Loy? Werk und Wiederentdeckung. Königstein i.T. 1981, S. 52--56.
Wagner, Velten: Der Meister HL an Oberrhein und Donau. Diss. München 1992. München 1993, S. 51--53.
Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen.Nürnberg 2001, S. 119.
Faszination Meisterwerk. Dürer, Rembrandt, Riemenschneider. Ausstellungskatalog des Germanisches Nationalmuseum. Hrsg. von G. Ulrich Großmann. Nürnberg 2004, S. 152--154 m. Abb.
Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 3) Nürnberg 2010, S. 73, Abb. 39, 414.