Titel
Löwe im Kampf mit drei Hunden
Allgemeine Bezeichnung
Jagdgruppe aus Ton
Inventarnummer
Pl.O.2955
Proviso
Leihgabe der Paul Wolfgang Merkel‘schen Familienstiftung
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Niederbayern; Kelheim ID: 7004419; Kelheim
Herstellungsdatum
letztes Drittel 18. Jh.
Hersteller
Benedikt Fruth (zugeschrieben)
Benedikt Fruth (1745-1819); geboren 1745 in Kelheim; Sohn eines Hafners, 1819 gestorben in Kelheim (Hafnermeister und Kleinplastiker in Ton; spezialisiert auf Tierhatzgruppen aus Ton (weit über seine Heimat hinaus bekannt); 1768 (?) und 1772 Bossierer in der Kasseler Porzellanmanufaktur (keine gesicherte Arbeit erhalten); bot auf Kasseler Herbstmesse 44 Gruppen und einzelne Tiere an; alle der wenigen bisher bekannten figürlichen Gruppen sind Jagdthemen gewidmet; Fruths Verhältnis zur Nymphenburger Manufaktur noch unklar (es sind wohl einige Tierfiguren nach Modellen Fruths bossiert worden))
Maße
H. 12 cm
B. 25 cm; T. 7,5 cm
Material und Technik
heller, ziegelrötlicher Ton, über Drahtarmierung gegossen, modelliert; einzelne Figuren der Gruppe mit Metallstifte verbunden bzw. im Sockel befestigt; äußerst sorgfältig gearbeitet (z.B. Löwenkrallen, Mundhöhlen der Hunde und deren Halsbänder, kleinteilige Ritzung an Mähne und Bauchfell des Löwen, Augen als flache Halbkugeln); farbig gefasst
Vermerk am Objekt
Beschriftung: (Unterseite des Sockels)

Beschreibung
Rundplastische Gruppe auf querrechteckigem, rückwärtig leicht ansteigendem Sockel mit abgeschrägten Vorderecken. Der vom Betrachter aus nach links springende Löwe schlägt mit seinen Vordertatzen zwei Jagdhunde, die - übereinanderspringend - von vorn angreifen. Gleichzeitig bohrt er seine Zähne in den Rücken des hochspringenden Hundes. Ein dritter Hund fällt den Löwen von hinten an. Hunde sehr hager und schlank, die Rippen zeichnen sich ab. Farbige Fassung: Löwe haselnußbraun, Mähne dunkler gehalten, Kopf, Pranken und Bauch hellbraun. Linker unterer Hund dunkelbraun mit grünem Halsband, hochspringender Hund weißlich mit sparsamen braunen Flecken, rechter Hund weiß mit großen und kleinen braunen Flecken. Differenzierte Bemalung der Augen mit schwarzer Iris und weißen Glanzlichtern. Sockel dunkel olivgrün. An der Unterseite des Sockels das Siegel der Familie Merkel und mit Bleistift die Inventarnummer 125.
Literatur
Claudia Maué: Die Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum, Tl. 2, Bayern, Österreich, Italien, Spanien. Mainz am Rhein 2005, S.127-132 m. Abb. Kat. Nr. 156
MAUÉ (2005): Katalog (1890) S. 82, Kat.Nr. 1213; Ausstellungskatalog Merkel (1979) Kat. Nr. K 32; Kammel (1998); Claudia Maue: Reiterkampf und Löwenjagd. Zu den Terrakottagruppen von Benedikt Fruth. Voraussichtlich in: Keramos (2006)