Titel
Thronende Muttergottes
Allgemeine Bezeichnung
Figur aus Zirbelholz
Inventarnummer
Pl.O.2986
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsdatum
um 1495
Hersteller
Hans Klocker
Maße
H. 95 cm
Material und Technik
Zirbelkiefer (Pinus cembra), geschnitzt - vergoldet und farbig gefasst
Vitrinentext
Typisch für die Werke Klockers sind die üppigen, rauschenden Gewänder, über den Sockel hinausreichend. Die geschlossene Kontur der Komposition, die kraftvoll geschnittenen Falten und die sparsame Gestik sind charakteristisch für Klocker. Seine produktive Werkstatt erlangte weitreichenden Einfluss auf die Skulptur der Spätgotik in Südtirol.

The sumptuously flowing draperies, which spill over the base, are typical of Klocker’s works. The compact contours of the composition, the strongly cut folds and the sparse gestures are characteristic of the sculptor. His prolific workshop achieved farreaching influence on the late Gothic sculpture of South Tyrol.

Beschreibung
Mit parallel vorgestreckten Armen, die das verloren gegangene Christuskind hielten. Während der Körper frontal ausgerichtet ist, besitzt der Kopf eine leichte Neigung nach links, welcher auch der abwärts gewandte Blick entspricht. Die Beine sind überkreuzt. Nur die Spitze des rechten Fußes ist vorgestreckt und teilt die stark zerklüfteten Gewandmassen, die z. Z. über den Sockel herabhängen. Das Haupt ist mit einem weißen Kopftuch bedeckt, von dem ein Zipfel auf die linke Schulter fällt. Über das am Oberkörper sichtbare rote Gewand ist der goldene Mantel gelegt, der von der linken Schulter ab quer über die Oberschenkel fällt. Von den Oberarmen abwärts trifft der Mantel in Stauungen auf die Thronseiten. Der Mantelsaum ist mit einem "gravierten" geometrischen Muster versehen. -- 1963 aus Mitteln des Fördererkreises erworben.
Literatur
vgl. wahrscheinliche ursprüngliche Anordnung: W. Frödl, Kunst in Südtirol, 1960, Abb. 78
Unsere liebe Frau, eine Ausstellung im Krönungssaal d. Rathauses Aachen 1958, Kat.- Nr. 87
vgl. C. Th. Müller, Die Anbetungsgruppe aus Schloß S..., Berliner Museen (Bez. a. d. preuß. ...) 50 Jg. 1929, Heft 4 S. 62 ff.
Cassierer, Verst. Kat. Slg. Figdor, Berlin 1930, IV. Bd. Nr. 228
Anzeiger 1964, S. 164, Abb. 6,7
Gisela Scheffler: Hans Klocker: Beobachtungen zum Schnitzaltar der Pacherzeit in Südtirol. Innsbruck 1967, S. 153, Nr. 17
Treasures of Human Art & History, Nürnberg 2002, S. 58