Titel
Hl. Veit im Ölkessel
Allgemeine Bezeichnung
Statuette aus Lindenholz
Inventarnummer
Pl.O.3013
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Nürnberg
Herstellungsdatum
um 1520
Hersteller
Veit Stoß
Maße
H. 53 cm, B. 30,5 cm, T. 25 cm
Klassifikation
Skulptur (visuelles Werk)
sculpture (visual work)
sculptures (visual works)
Material und Technik
Lindenholz - Figur und Kessel aus einem Stück; ehemals farbig gefasst
Vermerk am Objekt
Inschrift: (Unterseite)

Vitrinentext
Der Heilige wurde mit 12 Jahren in kochendem Öl gemartert. Der kindlich-jugendliche Namenspatron des Bildschnitzers erscheint hier mit fülligem Gesicht und fein strukturierten Locken. Er gehört zu den 14 Nothelfern. Am Boden des Kessels befinden sich die Datierung 1520 und die seltene Signatur des Künstlers in Form eines Steinmetzzeichens.

The saint was martyred in boiling oil at the age of twelve. The childlike, youthful patron saint of the sculptor appears here with a plump face and finely carved curls. He is one of the 14 Holy Helpers. The date 1520 can be seen on the bottom of the cauldron as well as the rare signature of the artist in the form of a mason’s mark.

Beschreibung
In einem grapenförmigen Kessel mit Huftierbeinen befindet sich der nackte Heilige, bis zur Hüfte in Öl getaucht. Er hat die Arme leicht erhoben und die Hände zum Gebet gefaltet. Das leicht nach links geneigte Haupt ist von dicken Locken kappenartig bedeckt. Die Ohren sind z.T. sichtbar. Der hl. Veit gehört zu den vierzehn Nothelfern und wurde auch gegen die fallende Sucht, den Veitstanz, angerufen. Als Märtyrer wurde er in einem Ölkessel gesotten und deshalb von den Kesselschlägern als Patron verehrt. Die ungewöhnliche, in den Kesselboden der kleinen Skulptur eingeschnittene Signatur mit dem Meisterzeichen des Veit Stoß und dem Entstehungsjahr 1520 lässt erwägen, ob der Meister nicht persönlich seinen Namenspatron ehren wollte. Ursprünglich hatte die Figur wohl ihren Platz in einem Altarschrein. Bevor das Werk auf Umwegen ins Museum kam, befand es sich im Besitz des Dichters Leo Weismantel, der 1939 den Roman "Gericht über Veit Stoß" schrieb.
Literatur
Anzeiger des GNM, 1966, Neuerwerbungen.
E. Lutze, Veit Stoß, 1968, S. 63, 68.
Werner Weismantel. Im Gedenken an Leo Weismantel. In: Frankenland 12, 1968, S. 284.
GNM, Führer durch die Sammlungen, München 1977, S. 50, Nr. 115.
Veit Stoß in Nürnberg, Ausst.Kat. GNM, München 1983, Kat.-Nr. 11.
Kat. Kunst und Kultur zwischen Mittelalter und Neuzeit. GNM in Tokio 1984, Nr. 44 (Ulrich Schneider).
Nürnberg, 1300-1550. Ausst.Kat. GNM, München u. New York 1986, Kat.-Nr. 95.
Frank Matthias Kammel: Spätmittelalter. In: Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlung. Nürnberg 2012, (S. 63-114), S. 74.
Helden Märtyrer Heilige. Wege ins Paradies. Hrsg. von Daniel Hess, Markus Prummer. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 2019, Kat.-Nr. 27.