Titel
Muttergottes auf der Mondsichel
Allgemeine Bezeichnung
Statuette aus Alabaster
Inventarnummer
Pl.O.345
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Württembergisch Franken;
Herstellungsdatum
um 1440
Maße
H. 40,9 cm; B. 14 cm; T. 10 cm
Material und Technik
Alabaster - massiv, rückseitig leicht abgeflacht; vergoldet
Vitrinentext
Die Madonna ist das Produkt einer seriell arbeitenden Werkstatt. Vermutlich befand sich diese in Schwäbisch Hall oder Umgebung. Die voluminöse Gewandbildung der Figur aus zahlreichen eng gereihten Faltenschüsseln und Kaskaden ist typisch für die Spätzeit des Weichen Stils. Ihr Schöpfer orientierte sich damit am Formenkanon des sogenannten Riminimeisters, eines in der Alabasterkunst maßgeblichen, in den südlichen Niederlanden wirkenden Künstlers.

Beschreibung
Maria steht auf einer nach oben gekehrten, teilweise vergoldeten Gesichts-Mondsichel. In der vorgestreckten Rechten hält sie einen goldenen Apfel. Ihr von den Armen geraffter Mantel hat goldene Säume. Haare von Mutter und Kind ebenfalls vergoldet.
Literatur
Stafski, Heinz: Die Bildwerke in Stein, Holz, Ton und Elfenbein bis um 1450 (Die mittelalterlichen Bildwerke Bd. 1). Nürnberg 1965, S. 162 f., Abb. Nr. 151.
Jopek, Norbert: Studien zur Deutschen Alabasterplastik des 15. Jhs. (Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft Worms, Bd. 21). Worms 1988, Nr. 13.
Ornament and Figure. Medieval Art from Germany. Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg/München 2000, S. 30.
Kollmann, Annette: Technologische Studien zu Alabaster-Figuren des 15. Jahrhunderts aus Würtembergisch-Franken. In: Unter der Lupe. Festschrift für Hans Westhoff. Hrsg. von Anna Moraht-Fromm und Gerhard Weilandt. Ulm/Stuttgart 2000, S. 161--183.
Kammel, Frank M.: Andachtsbild und Formenvielfalt: Skulptur. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert, S. 277--289, S. 288.
Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 288, 426, Kat. 405, Abb. 432.