Allgemeine Bezeichnung
Pilgermuschel
Inventarnummer
KG285
Sammlung
Kunsthandwerk I (bis 1500)
Herstellungsort
Spanien (?)
Herstellungsdatum
15. Jahrhundert
Hersteller
unbekannt
Maße
Dm. 4 cm
Material und Technik
geschnitzter Gagat, Erdpech
Beschreibung
Das plastische, aus Gagat/Erdpech geschnitzte Pilgerabzeichen weist die Form einer Muschel mit einem zungenartigen Abschluss auf, deren Vorderseite geriffelt, die Rückseite flach ausgearbeitet ist. Die plane Seite zeigt Christus in der Gestalt des Gekreuzigten, allerdings ohne Kruzifixus, während auf der gewölbten Seite in der Mittelachse, von der die Muschelrippen ausgehen, eine Heiligengestalt, vermutlich der hl. Apostel Jakob, dargestellt ist. Mittels einer Bohrung konnte das Pilgerzeichen an das Gewand geheftet werden. Neben zahlreichen Bestoßungen weist die Muschel an der rechten Seite und am oberen Ansatz auf Höhe der Durchbohrung einen Bruch auf, der verleimt wurde. Im Organismus, 1856, wird auf S. 367 erwähnt: "Muschel, aus Asphalt geschnitzt, auf der einen Seite die Gestalt eines Heiligen, auf der andern Christus am Kreuze. Von einem Pilgerkleide. H. 1" 6"`; Br. 1" 3 " `. 15. Jhdt."
Literatur
Das Germanische Nationalmuseum, Organismus und Sammlungen 1. Nürnberg/Leipzig 1856, S. 367
Katalog im germanischen Museum befindlichen Kirchlichen Einrichtungsgegenstände und Geräthschaften. Nürnberg 1871, S. 19, Kat. 285
Gabriel, Llompart: El sombrero de peregrinación compostelana de Stephan Praun III. In: Revist de Dialectiologia y Tradiciones Populares, Bd. 17 (1961), S. 328.
Richard, Baumann: Erdpech. In: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte. München 1965, Bd. 5, Sp. 1105-1107, Abb. 1.