Titel
Tod der hl. Klara (Innenseite), Sternen- und Liliendekor (Rückseite)
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Altarbild, Fragment
Inventarnummer
Gm1187
Sammlung
Gemälde bis 1800
Herstellungsort
Nürnberg
Herstellungsdatum
um 1360/70
Hersteller
Nürnberger Klarenwerkstatt
Maße
102,5 × 36,8 × 1,3 cm
Klassifikation
Altarbild
altarpieces
altar-piece
Material und Technik
Malerei und Metallauflagen auf Eichenholz
Vitrinentext
Die Tafeln zeigen Szenen aus dem Leben der hl. Klara, der Gründerin des zweiten franziskanischen Ordens. Sie gehörten zu einem Baldachinaltar, der eine Skulptur umschloss. Durch Goldgrund und lüsterartige Lacke ahmen sie kleine Altäre aus Edelmetall mit Emailbildern nach. Die Tafeln stehen in enger Beziehung zum Altar der Nürnberger Jakobskirche. Sie übersetzen dessen Stil in eine einfachere, volkstümlichere Form. Die Rückseiten der Flügel waren nur bei geschlossenem Altar zu sehen. Sie umgaben einen Figurenschrein und sind einfacher gestaltet als die Innenseiten: Sterne und Lilien verzieren den grünen Grund. Die Oberkanten zeigen Spuren von entfernten Querleisten, mit denen die Tafel versteift war. Außerdem erkennt man Abdrücke von alten Scharnieren. Die Außenseiten sind damit wichtige Dokumente zur Rekonstruktion des Altars.

The panels show three scenes from the life of St. Clare, the founder of the second Franciscan Order. They were part of a baldachin altarpiece that enclosed a sculpture. Their prototypes were small altar pieces of precious metal with enamel pictures. These are imitated with decorated gold ground and lustrous varnishes. Stylistically the panels are closely related to the altarpiece of the Church of St. James in Nuremberg. They translate its style into a simpler form with a more popular appeal. The reverses of the wing fragments could only be seen when the altarpiece was closed. They flanked a shrine with figures. Compared with the interior they are simple in design: Stars and lilies decorate the green ground. On the top edge can be seen traces of horizontal wooden strips once used to reinforce the panels. Moreover, there are impressions marking the position of old hinges. The damaged exteriors are thus important documents for the reconstruc tion of the altarpiece.

Beschreibung
Drei Fragmente eines Klarenretabels aus der Klarissenklosterkirche St. Klara, Nürnberg: Bestätigung der Ordensregeln durch Papst Innozenz IV. (Linker Seitenflügel, oberer Teil, Inv.Nr. Gm 104), Klara hört die Stimme Christi aus dem Ziborium (Linker Seitenflügel, unterer Teil, Inv.Nr. Gm 1217), Tod und Krönung der hl. Klara (Rechter Seitenflügel, Inv.Nrn. Gm 1187 und Gm 1161). -- Die seltene Szene des Klarentodes lehnte der Maler an die Ikonographie des Marientodes an. Christus und Maria erscheinen zusammen mit anderen Heiligen am Bett der Sterbenden, die von ihren Mitschwestern beklagt wird. Diese sind im Bedeutungsmaßstab gegenüber den Heiligengestalten winzig klein wiedergegebenen. Wie Maria empfängt auch Klara im Himmel die Krone der Heiligkeit. Die liebevoll erzählende Darstellungsweise zeichnet viele Kunstwerke des 14. Jahrhunderts in Frauenklöstern aus.
Literatur
Siehe Gm 104
Daniel Hess, Dagmar Hirschfelder, Katja von Baum (Hrsg.): Die Gemälde des Spätmittelalters im Germanischen Nationalmuseum, Band I: Franken, 2 Teilbände. Regensburg 2019, Kat.-Nr. 2.