Titel
Schießscheibe
Allgemeine Bezeichnung
Gemeinwesen; Schützengilden
Inventarnummer
BA2007
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Baudenbach, Kreis Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim, Mittelfranken
Herstellungsdatum
um 1900
Maße
Dm. 28 cm
Material und Technik
Nadelholz; bemalt
Beschreibung
Kreisrunde Scheibe mit der Darstellung eines Mannes im brauner Jacke, weißem Hemd und mit einer beigen Mütze auf dem Kopf, der dem Betrachter eine Prise aus einer Schnupftabakdose anbietet. Auf der Scheibe sind sieben Einschüße zu erkennen. "Schießscheiben sind gleich den Schießvögeln vor allem dem Brauchtum der Schützengesellschaften, wie es sich mit dem Aufblühen der Städte im Spätmittelalter ausbildete, verbunden. Die Geschichte der bemalten Scheiben geht in das 17. Jahrhundert zurück; häufig ist namentlich bei den älteren Stücken das Bemühen um eine aufwendige Dekoration bezeugt, so etwa durch die Sammlungen, die in den Gesellschaftshäusern der Schützen im Laufe der Zeit zusammenkamen. Vielfältig sind die populären Malereien; sie nehmen Bezug auf politische Begebenheiten, auf Ereignisse bei der kirchlichen und weltichen Obrigkeit, aber auch auf Geschehnisse innerhalb der engen Umwelt der Schützen, auf Naturkatastrophen und Unglücksfälle, insbesondere auch auf das Leben auf den Schießständen." (Text, Denke 1979)
Literatur
Ehrenfried Schmidt: Volkskunst aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Ausst.Kat. Köln 1969.
Bernward Deneke, Hermann Maué: Volkskunst aus Franken: eine Auswahl aus den Beständen des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Nürnberg 1975, Nr. 42.
Bernward Deneke: Volkskunst. Führer durch die volkskundlichen Sammlungen. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. München 1979, S. 95, Nr. 134.