Titel
Muttergottes von Sammrei mit Votantin und Lungenvotiv
Allgemeine Bezeichnung
Votivbild
Inventarnummer
Slg.RichterVB35
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Wallfahrtskirche Sammerei, Gem. Iglbach, Kr. Vilshofen, Niederbayern (Herkunft Votivbild)
Herstellungsdatum
1802
Maße
H. 28,5 cm, Br. 21 cm.
Klassifikation
Votivtafel
Votivbild
Material und Technik
Öl auf Holz, Holzrahmen, Reste von Vergoldung
Vermerk am Objekt
Inschrift: „EX/VO/TO 1802“. (Ovales Schild)

Beschreibung
Rechts oben in grauer Wolkengloriole und vor gelbem Strahlen-Hintergrund, die sitzende Muttergottes als Halbfigur, mit beiden Händen das Kind haltend, das auf ihrem Schoß steht, ihren Hals umfängt und sein Gesicht an das der Mutter schmiegt. Maria trägt ein rotes Kleid und blauen, gelb gefütterten Mantel, auf dem Kopf ein weißes Tuch; das Kind ist in ein weißes Tuch gehüllt. Links neben der Wolkengloriole ein zur Seite geraffter grüner Vorhang mit goldenen Fransen, darunter kniet an einem Betschemel die Votantin mit dem Rosenkranz in ihren betend zusammengelegten Händen. Sie ist bürgerlich (?) gekleidet mit blauer Jacke mit Rüschenbesatz, braunem Rock, weißer Schürze und Halstuch und schwarzer Haube. Vor dem Betschemel ein mit rotem Tuch verhangener Tisch, auf dem eine Lunge liegt; an den Tisch gelehnt rechts eine goldgerahmte ovale Tafel mit der Votivinschrift auf weißem Grund: „EX/VO/TO 1802“. Das Marienbild gibt das Gnadenbild von Sammerei wieder, eine 1705 gemalte Kopie des in St. Jakob in Straubing befindlichen Madonnen-Bildes aus dem frühen 16. Jh. (vgl. F. Mader und J.M. Ritz: die Kunstdenkmäler von Niederbayern 14. BzA. Vilshofen, 1926 Abb. 228; F. Mader: Die Kunstdenkmäler von Niederbayern 6. Stadt Straubing, 1921 Abb. 43). E. Richter (1954) vermutet in der auf dem Tisch präsentierten Lunge magische Vorstellungen, dass nämlich die lungenkranke Votantin ihr krankes Organ als Opfer darbringt und damit die Krankheit von sich fortgebannt glaubt. Vgl. dagegen L. Kriss-Rettenbeck: das Votivbild 196 S. 84 zu den auf Votivbildern dargestellten Wachs- oder Holzvotiven, die lediglich zur bildlichen Bezeichnung des Leidens dienen.
Literatur
Zum Lungenvotiv s. L. Kriss-Rettenbeck: Das Votivbild, 1961 S. 84.
Erwin Richter: Die Glaubensvorstellung von der allheilenden Gottesmutter Maria als Kraftfeld der geistlichen Volksheilkunde. In: Bayer. Jb. für Volkskunde. 1954 S. 85, Abb. 42.