Titel
Muttergottes auf Wolkenbank und Familie. Danksagung für Heilung eines gebrochenen Fußes des Kindes.
Allgemeine Bezeichnung
Votivbild
Inventarnummer
Slg.RichterVB57
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Wallfahrtskirche Frauentödling, Gm. Egglham, Kr. Pfaffenhofen, Niederbayern
Herstellungsdatum
1830
Maße
H. 31,5 cm, Br. 24,7 cm.
Klassifikation
Votivtafel
Votivbild
Material und Technik
Tempera (Kasein?) auf Holz. Aufgeleimte und mit Holzstiften befestigte profilierte Rahmenleiste, blau, rot und goldgestrichen
Vermerk am Objekt
Inschrift: „Ein gewie / ses Weibsbild hat / sein Töchterl an- / hero verlobt, weil / ihm daß Kind den / Fuß abgebrochen / hat, ist aber durch / die vorbitt Maria / wies glücklich ge- / heilt worden. / Gott und Maria / sey schuldigsten / Danck gesagt, Anno / 1830.“ (Inschriftentafel rechts)

Beschreibung
Auf einer von oben herabhängenden violett-weißen Wolkengirlande steht vor gelbbraunem Grund Maria mit dem nackten Kind auf ihrem linken Arm. In der Rechten hält sie eine runde Frucht. Das Kind hat die Rechte zum Hals der Mutter ausgestreckt und hält in der Linken den Reichsapfel. Maria trägt ein rotes Kleid und braunen, blau gefütterten Mantel, beide an den Säumen mit Borten versehen. Mutter und Kind sind bekrönt und haben blaue, gemusterte Heiligenscheine, von denen Strahlen ausgehen. Rechts und links oben als Rahmenmotiv für die ganze Tafel, geraffte rote Vorhänge mit kordelartigem Besatz. Unten blickt man in das Innere einer Stube, mit blauer Rückwand mit zwei Fenstern, links einer Tür und einem in der Mitte des Raumes stehenden Tisch. Drumherum stehen 3 Personen, vorne rechts ein Mädchen, dahinter eine Frau, links ein Mann, die alle drei zusammen ein noch kleineres, auf dem Tisch liegendes Mädchen präsentieren, wobei der Mann dessen rechten Fuß hält, der weiß verbunden ist und blutet. Zu diesem Kind gehen drei Strahlen von der genau darüber stehenden Muttergottes aus. Die Kleidung der Personen: Der Mann, wohl der Arzt, mit schwarzem Rock mit Goldknöpfen, schwarzen Stiefeln und Mütze, braunen Hosen; die weiblichen Personen mit blauer Schürze und braunem, teilweise gemustertem Kopftuch; bei Mutter und älterer Tochter dazu braune Jacke, brauner gemusterter Rock, blaue Strümpfe und schwarze Schuhe, das verletzte Kind mit braunem gemustertem Rock und Mieder und weißem langärmeligen Hemd. Rechts an den Rand der Tafel gerückt die Votivinschrift in weißem Rot und Schwarz gerahmtem und oben rundbogig geschlossenem Feld: „Ein gewie / ses Weibsbild hat / sein Töchterl an- / hero verlobt, weil / ihm daß Kind den / Fuß abgebrochen / hat, ist aber durch / die vorbitt Maria / wies glücklich ge- / heilt worden. / Gott und Maria / sey schuldigsten / Danck gesagt, Anno / 1830.“ Das Marienbild gibt dasjenige der Wallfahrtskirche Frauentödling wieder, eine spätgotische Holzfigur. Nach Komposition, stilistischen Eigentümlichkeiten und Art der Votivinschrift stammt die Tafel von der Hand des „Meisters zwischen Rott und Vils“, der identisch zu sein scheint mit dem „Meister von Schacha“
Literatur
R. Kriss: Volkskunde der Altbayerischen Gnadenstätten Bd. 2, 1955 S. 60 und 93, Bd. 3, 1956 Abb. 131
Erwein Richter: Medizin. Monatsschrift. 4. 1950 S. 936; ders. in: Der Zwiebelturm. 4. 1949 S. 19.
Erwin Richter: vgl. Erwin Richter in: Österr. Zs. für Volkskunde. 54. 1951 S. 45.
L. Kriss-Rettenbeck: Das Votivbild, 1961 S. 142, Abb. 52, 83, 88, 104, 112.
vgl. auch die Nachzeichnung bei O.v.Zaborsky: Die Tracht im Bayerischen und im Böhmerwald, 1958 Taf. 12.