Allgemeine Bezeichnung
Walzenkrug mit Zinndeckel
Inventarnummer
Kl11387
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Mitteldeutschland/ Sachsen
Herstellungsdatum
18. Jahrhundert
Maße
H. 21,9 cm, H. (ohne Deckel) 17,5 cm, Dm. 9 cm
Material und Technik
Steinzeug, Zinn; Engobe, Salzglasur, bemalt, Gravur
Vermerk am Objekt
Inschrift: J. L. (Gravur, Zinndeckel Oberseite)

Beschreibung
Grauer Scherben, innen und außen grau engobiert und salzglasiert. Bemalung in Blau mit geritztem Dekor. Zinndeckel ohne Zinnstempel, jedoch mit Gravur auf der Oberseite. Walzenförmiger Krug mit einer Rille unterhalb der eingezogenen Lippe. Unterhalb der RIlle ist ein Bandhenkel angesetzt und in der unteren Krughälfte, glatt angarniert. Boden mit exzentrischen Abdrehrillen. Wulstiger Stand außen, sowie Einschnürung. Der Zinndeckel ist am Rand aufgewölbt und in der Mitte flach. Kugelförmige, in der Mitte profilierte Daumenraste mit Knöpfchen oben. Bemalung/Dekor: Zwischen Rille und eingezogener Lippe verläuft eine blaue Tupfenreihe, ebenso über der Rille in der Standzone des Kruges. Die Schauseite ist in der Mitte auf blauen Grund durch das sächsische Wappen dekoriert. Dieses wird durch eine kreisrunde Kartuschenform in grau umrandet. In der Kartuschenform selbst zeigt sich ein Kaibisdekor. Der Krug dürfte aus Mitteldeutschland, Sachsen, stammen. Im 18. Jahrhundert breitete sich die Produktion des grau-blauen Steinzeugs über den Westerwald hinaus auch auf andere Teile Deutschlands aus. Sowohl in Waldenburg (Sachsen), als auch in der Oberlausitz (Muskau) war die Herstellung des grau-blauen Steinzeugs bekannt. Darüber hinaus spricht die Anbringung des sächsischen Wappen auf der Schauseite für eine ebenfalls sächsischen Herkunft.
Literatur
Josef Horschik: Steinzeug. 15. - 19. Jahrhundert. Von Bürgel bis Muskau. Dresden 1978.