Allgemeine Bezeichnung
Kanne mit Deckel
Inventarnummer
BA2034
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Schopfloch, Kreis Dinkelsbühl
Herstellungsdatum
um 1840
Maße
H. 23 cm, H. (ohne Deckel) 17,5 cm, Dm. 6,7 cm
Material und Technik
Hafnerkeramik; engobiert, bleiglasiert
Beschreibung
Heller rötlicher Scherben, grün, dunkelbraun und blassgelb engobiert und bleiglasiert. Die Kanne hat einen flachen, scherbenförmigen Fuß mit wulstigem Rand. Auf dieser Scheibe verlaufen zwei Reihen von zahnartigen Verzierungen. Der Schaft besteht aus spiralig gewundenen, ausgeschnittenen und an den Kanten gezackten Tonstreifen. Nach dem Übergang in die leicht gebauchte Wandung verläuft über dem Schwerpunkt eine aus schräg gestellten, kleinen Voluten gebildete Reihe. Der gekehlte, mäßig hohe Gefäßhals weitet sich zum Rand hin. Der Rand ist verstärkt und innen für die Deckelauflage geformt. Unterhalb des Randes ist ein im Umriss ohrmuschelförmiger Henkel mit einem abstehenden Schwänzchen angesetzt und in Schwerpunkthöhe wiederum in einem abstehenden Schwänzchen mit aufgesetzter Balusterform angarniert. Ein kreisrundes Knöpfchen mit Loch sitzt auf dem Henkelrücken auf. Gegenüber dem Henkel ist im unteren Teil der Halszone ein Anguss in Form eines Hundekopfes angarniert. Der Deckel steigt zur Mitte hin in drei Stufen leicht an. Die äußere Randstufe ist mit runden, kreuzförmigen gekerbten Auflagen belegt. Als Deckelknauf sitzt ein Hund mit aus Tonfäden gebildeten Fell auf. Unterhalb der kleinen Volutenreihe ist bis zum Schwerpunkt eine Girlande aus Halbkreisbogen mit kleinen, runden, kreuzförmig gekerbten Quasten aufgelegt. Das Kännchen stammt aus Schopfloch, Kreis Dinkelsbühl. Möglicherweise kannte der Hafner Arbeiten aus Niederbayern, hier u. a. aus dem Kröning, wo Glasur und Auszier in gleicher Weise angewendet wurden. Gefäße dieser Art sind als Einzelstücke anzusehen, da die Herstellung sehr zeitaufwendig war.
Literatur
Ingolf Bauer: Hafnergeschirr aus Altbayern. München 1976.