Titel
Hl. Sippe
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Tafelgemälde
Inventarnummer
Gm2325
Proviso
Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung
Sammlung
Gemälde bis 1800
Herstellungsort
Mittelrhein;
Herstellungsdatum
um 1480
Hersteller
Hausbuchmeisterkreis
Maße
ohne Rahmen: H. 94 cm, B. 131 cm
Material und Technik
Malerei auf Holz, vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf neuen Bildträger (Tischlerplatte) übertragen
Vitrinentext
Die Heilige Sippe, Hausbuchmeisterkreis, Mittelrhein, um 1480. Malerei auf Holz; zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf neuenBildträger übertragen. Die Tafel zeigt in Anlehnung an dynastische Ahnenreihen vier Generationen der Heiligen Familie nach einem im Spätmittelalter weit verbreiteten Schema. Innerhalb des Mauergevierts sitzen Maria und ihre Mutter Anna flankiert von Maria Cleophas mit ihren vier Kindern und Maria Salome mit ihren beiden Kindern. Die Ehemänner und die weiteren Verwandten stehen abgesondert außerhalb der Mauer. Besonderes Interesse verdient das Detail zweier sich das Alphabet beibringender Knaben unten links. Inv. Gm 2325, Dauerleihgabe des Ernst von Siemens Kunstfonds 2004

Beschreibung
Charakteristische Darstellung der Familie Christi in vier Generationen nach einem im Spätmittelalter weit verbreiteten, weitgehend einheitlichen Schema: Innerhalb eines Mauergevierts sitzen Maria und ihre Mutter Anna flankiert von Maria Cleophas mit ihren vier Kindern und Maria Salome mit ihren beiden Kindern. Die Ehemänner und die weiteren Verwandten stehen abgesondert außerhalb der Mauer. Die Kinder sind im Unterschied zu anderen Sippenbildern nicht spielerisch beschäftigt oder zeigen ihre individuelle Attribute; einziges erzählerisches Element sind die beiden Knaben unten links, die sich gegenseitig das Alphabet beibringen. Um die Identifizierung zu erleichtern, sind die einzelnen Familienmitglieder wie in den meisten Sippendarstellungen namentlich bezeichnet. Wie der Vergleich mit einer Reihe mittelrheinischer Sippendarstellungen deutlich macht, fügt sich die Tafel nicht nur nahtlos in diese Tradition, sondern schließt mit dem Detail der beiden sich das Alphabet beibringenden Kinder an den Ortenberger Altar an.
Literatur
Johannes Dürkop: Nachtrag zum Werk des Hausbuchmeisters. In: Oberrheinische Kunst 6, 1934, S. 61 - Ernst Buchner: Meister mit Notnamen und Monogrammisten. Rezension zu Thieme/Becker 37. In: Zeitschrift für Kunst 4, 1950, S. 317 - Daniel Hess: Meister um das "Mittelalterliche Hausbuch". Mainz 1994, S. 95, Abb. 109 - Daniel Hess/Oliver Mack: Ein verschollenes Gemälde der Hl. Sippe aus dem Hausbuchmeister-Kreis. In: Daniel Hess: Mit Milchbrei und Rute. Familie, Schule und Bildung in der Reformationszeit. Mit Beiträgen von Max Liedtke, Manfred Prenzel und Werner Röcke (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 8). Nürnberg 2005, bes. S. 15-20, Kat. Nr. 1