Allgemeine Bezeichnung
Henkeltopf
Inventarnummer
BA2072
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Wettelsheim; Kreis Gunzenhausen
Herstellungsdatum
um 1850
Maße
H. 19,6 cm; Dm. (M) 14 cm
Material und Technik
Hafnerkeramik; engobiert mit Craquelé, bleiglasiert, bemalt
Beschreibung
Henkeltopf mit Ausguss. Rötlicher Scherben, innen hellgelb, außen dunkelbraun engobiert und bleiglasiert. Hellgelbe Engobe mit Craquelé. Die Bemalung ist in Weiß, Gelb-Grün und Mittelbraun gehalten. Der Boden ist zur Mitte hin leicht aufgewölbt. Es folgt ein Knick zwischen Boden und Stand. Der Stand außen steigt zunächst schräg nach außen an und geht nach einem Knick über in die hohe, im unteren Teil leicht gebauchte Gefäßwandung. Eine langgestreckte Schulterschrägung und eine geringe Verengung führen zur Halszone, welche kurz und leicht gekehlt ist. Der Rand ist schräg nach außen gezogen und formt einen Ausguss. Gegenständig zum Ausguss am Übergang in die Halszone ist ein im Durchmesser linsenförmgier Henkel angesetzt und oberhalb des Schwerpunktes in einem länglichen, zungenförmigen Tonstreifen etwas schief angarniert. Die Wandung außen ist in Längsrichtung dekoriert. Unterhalb des Ausgusses ist ein kleines Blumengebinde aufgemalt, bestehend aus einer mittleren Blüte und je einer seitlichen Blüte, sowie einem S-förmigen Blütenstiels und zwei Blättern in den Farben Grün und Mittelbraun mit weißgelber Umrisszeichnung. Seitliche neben diesem Motiv sind Reihen von kleinen weißgelben Tupfenblüten und Tupfenreihen aufgemalt. Zwischen diesen als Trennungsreihen fungierenden Reihen sind kleinen Blüten in Grün und Mittelbraun aufgetragen. Der Henkel ist mit hellgelben Querstrichen besetzt. Der Henkeltopf stammt wahrscheinlich aus Wettelsheim, Kreis Gunzenhausen. Der vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr häufig dunkel bis schwarzbraune Anguss ist bei Wettelsheimer Arbeiten meist in Grün, hellem Gelb bis Weiß und Mittelbraun bemalt. Bei den Motiven handelt es sich hauptsächlich um stilisierte Blumen in Malhorntechnick aufgetragen.
Literatur
Ingolf Bauer: Treuchtlinger Geschirr. München 1971.