Titel
Flachlandschaft - Inntal bei Neubeuren
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Landschaft
Inventarnummer
Gm985
Sammlung
Kunst u. Kunsthandwerk 19.-21.Jh.
Herstellungsdatum
nicht bekannt
Hersteller
Rottmann, Carl (1797-1850)
Rottmann, Carl; 11.01.1797 Handschuhsheim-07.07.1850 München (Maler)
Maße
H. 32,0 cm; B. 46,0 cm
Material und Technik
Öl auf Leinwand
Vermerk am Objekt
Beschriftung: "Inventar-Nr. 576 Gemeindevermögen der Stadt Nürnberg" (Rückseite, Nutrahmen)

Beschreibung
Über den niedrigen Horizont einer weiten Flußebene baut sich ein mächtiger, bewölkter Himmel auf. Rechts im Hintergrund Alpenausläufer. Quer durch die Ebene windet sich der breite Flußlauf in flachem Bett. Als Staffage im Vordergrund zwei Reiter mit Hunden bei Hirschhatz. Die sich längs über die Ebene häufenden Kumuluswolken bilden ein Gegengewicht zu den hintereinandergeschichteten Höhenzügen der Voralpen. Über diesen zunehmende Aufhellung des Himmels. Die grau-blau-gelbe Himmelsfarbe wird durch die Wasseroberfläche des Flusses reflektiert. Die bis auf einen Hügel des Vordergrundes flache Landschaft wird vom erhöhten Standpunkt des Betrachters in weiter Übersicht präsentiert. Die Ebene ist nur mit wenigen Laubbäumen bewachsen. Tonige Farbwerte zwischen Grün und Braun verleihen ihr Homogenität gegenüber der Last des kräftig strukturierten Himmelsraumes. Der Vordergrund undifferenziert skizziert durch vertikale, braune Pinselstriche. E. Bierhaus-Rödiger schreibt das Gemälde Rottmann mit der Begründung ab, die Weite der Landschaft ohne einen schwerpunktmäßigen Akzent spräche gegen dessen Urheberschaft. Als eventuellen Urheber nimmt sie Ernst Kaiser an, die Art der Wolkenbildung sei jedoch Rottmann so verwandt, daß sie möglicherweise von ihm stammte. Jörg Bahns erkennt atmosphärische Weite und tektonischen Aufbau der LAndschaft als Rottmann typisch an. Die Tendenz, den Vordergrund zu vernachlässigen, zugunsten einer tonigen Gesamterscheinung, die er ebenfalls als charakteristisch bezeichnet, findet sich jedoch schon bei Dillis, wie überhaupt dessen lockere Pinselführung der dem des vorliegenden Gemäldes sehr ähnlich ist.
Literatur
Versteigerungskatalog Sammlung Czermak-Helbing, München 20.3.1912, Nr. 174.
Decker, Hugo: Carl Rottmann. Berlin 1957, S. 56, Nr. 22.
Schadendorf, Wulf: Zur Sammlungsgeschichte des Germanischen Nationalmuseums und der Städtischer Galerie Nürnberg. Das erweiterte Sammlungsprogramm des Germanischen Nationalmuseums. In: Anzeiger des GNM 1966, S. 147, S. 169.
Jörg Bahns. In: Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. München 1977, S. 202, Nr. 497.
Bierhaus-Rödiger, Erika: Carl Rottmann, Monographie und kritisches Werkverzeichnis. München 1978, S. 433.
Rottmann, Carl. In: AKL Online, Dok-ID: _00161895 (16.06.2011).