Allgemeine Bezeichnung
Doppelschüssel
Inventarnummer
Kl11304
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Schlesien
Herstellungsdatum
1777
Maße
H. 5,8 cm; Dm. 36,2 cm
Material und Technik
Hafnerkeramik; engobiert, bleiglasiert, bemalt
Vermerk am Objekt
Inschrift: 1777 Heran mein lieber junger Held gute Tage kosten Geld (Steigbord)

Beschreibung
Gelblicher Scherben, außen unglasiert und innen rostbraun engobiert, bleiglasiert, sowie gelb und grün bemalt. Der Boden mit Abdrehrillen ist zur Mitte hin stark aufgewölbt. Ein gerundeter Übergang führt in den ca. 1 cm hohen, wustigen Stand, gefolgt von einer Einschnürung. Die flache, in konkavem Boden aufsteigende Wandung biegt sich zum breiten, halbrunden Rand hin nach außen. Der Rand ist nach außen umgeknickt und angarniert. Im inneren Teil des Spiegels ist eine kleine, niedrige Doppelschüssel aufgesetzt, mit gleichmäßig durchlöcherter Wandung an der Ansatzstelle. Die Speigelfläche tieft sich am Übergang zum Steigbord ein. Nach einem Knick folgt ein konvex gebogtes, nach außen zum Rand hin flach werdendes Steigbord. Der Rand ist wenig senkrecht nach oben gezogen, dann nach außen umgelegt. Im Spiegel der kleinen, aufgesetzten Schüssel ist ein Gittermuster aufgetragen. Im äußeren Teil des Steigbords reihen sich stilisierte Blättergruppen und alternierend kleine stilisierte Blüten. Das Steigbord ist in der Mitte durch einen Spruch und Jahreszahl verziert. Zum Rand hin sind weiterhin kleine grüne und gelbe Blattformen aufgemalt. Der Rand außen ist gelb gefasst. Die bisher leider nur schwer lokalisierbaren Töpferbetriebe Schlesiens, die ohne Zweifel im Schatten der hartgebrannten Irdenware und der Fayence steht, lässt eine genaue Bestimmung der Herkunft vorliegender Doppelschüssel nicht zu. Sehr häufig wurden, wie auch bei diesem Exemplar, aufgrund der hervorragenden Tonqualität die Scherben nur bleiglasiert. Die Bemalung beschränkt sich auf die Farben Grün und Gelb.
Literatur
Konrad Strauss: Schlesische Keramik. Straßburg 1928.