Allgemeine Bezeichnung
Schraubflasche
Inventarnummer
Kl11394
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Schlesien
Herstellungsdatum
1680-1700
Maße
H. 27,8 cm; Dm. (M) 4,9 cm; Dm. (S) 15,9 cm
Material und Technik
Fayence; Zinnmontierung, zinngefasst, glasiert,
Beschreibung
Gelblicher Scherben, außen weiß und dunkelbraun gefleckt, innen grün glasiert. Mit Zinnmontierung am Fuß und Schraubverschluss ohne Stempel. Der Stand ist zinngefasst. Die melonenförmige Wandung ist längsgerippt. Der Hals und der Rand sind ebenfalls zinngefasst, sowie der Schraubverschluss mit Ring. Die Außenseite ist zunächst weiß. Darüber wurde eine dunkelbraune (manganbraune) Glasur gegeben, wodurch die vorher mit Wachs betupfte, weiße Glasur zum Vorschein kommt und einen fleckigen Charakter ergibt. Die Schraubflasche dürfte aus Schlesien stammen. Neben solchen Exemplaren, wie im vorliegenden Fall, in Fayencetechnik wurden in der Lausitz (Muskau) und in Schlesien (Bunzlau-Naumburg) auch Schraubflaschen aus Steinzeug bzw. hartgebrannte Irdenware hergestellt. Schlesien hat zwei bekannte Fayencemanufakturen, Proskau (1763-93) und Glienitz (1767- Anfang 19. Jhd.). Sollte die Schraubflasche aus einer dieser beiden Manufakturen stammen, müsste man einen späteren Entstehungszeitraum annehmen. Wahrscheinlich ist sie jedoch in einer der vielen Hafnerbetriebe, oder möglicherweise auch Steinzeugbetriebe, entstanden.
Literatur
Josef Horschik: Steinzeug. 15. - 19. Jahrhundert. Von Bürgel bis Muskau. Dresden 1978.