Allgemeine Bezeichnung
Wärmflasche
Inventarnummer
Kl11405
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Schlesien
Herstellungsdatum
19. Jahrhundert
Maße
H. 13,9 cm; Dm. (S) 22,4 cm; Dm. (M) 3,9 cm
Material und Technik
hartgebrannte Irdenware; Lehmglasur
Beschreibung
Gelblicher Scherben, außen und innen mit brauner Lehmglasur. Der Boden besitzt exzentrische Abdrehrillen und ist zur Mitte hin stark aufgewölbt. Es folgt ein Knick zwischen Boden und Wandung. Das Gefäß ist in der Form einer Halbkugel. In der Mitte oben befindet sich ein kurzer, sehr enger Hals und ein halbrund nach außen gezogener, nach innen leicht abgeschrägter Rand. Unterhalb des Halsansatzes ist ein im Durchmesser linsenförmiger Henkel angesetzt und über dem Stand in einem länglichen, zungenförmigen Stück glatt angarniert. Die Wärmeflasche dürfte aus Schlesien stammen. Zwei Töpferorte, Bunzlau und Naumburg, stellten diese Ware her, die eine Mittelstellung zwischen Steinzeug und Irdenware bildet. Im 19. Jahrhundert konnten die jeweiligen Erzeugnisse kaum mehr unterschieden werden. Neben den im Vergleich doch viel teureren kupfernen Exemplaren, waren Wärmeflaschen aus Irdenware viel billiger zu erwerben. Zudem eignete sich die Bunzlauer Ware gut hierfür, da sie bedenkenlos krassen Temperaturwechsel ausgesetzt werden konnte.
Literatur
Josef Horschik: Steinzeug. 15. - 19. Jahrhundert. Von Bürgel bis Muskau. Dresden 1978.