Titel
Votivgabe: Kopfurne
Allgemeine Bezeichnung
Tonvotiv
Inventarnummer
BA1813
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Taubenbach bei Pocking, Gemeinde Reut, Kreis Rottal-Inn, Niederbayern
Herstellungsdatum
19. Jahrhundert
Maße
H. 8,5 cm, Dm. (Öffnung) 4 cm
Klassifikation
Religiöse visuelle Werke
Beschreibung
Zusammengehörig mit Inv.Nr. Slg. Richter VGT6. "Tonkopfurnen waren als Votivgabe im südöstlichen Bayern und im Innviertel bekannt. In die Gefäße, deren Verwendung im Wallfahrtsbrauchtum sich bis in das späte Mittelalter zurückverfolgen lässt, wurde Getreide gefüllt. Dabei wurde der unten geöffnete Typ mit einer Tonmembran geschlossen. Die Votive wurden dargebracht, um einen Ehepartner bzw. um Kindersegen zu erlangen. Die Beziehung zwischen dem intendierten Anliegen und seiner bildhaften Darstellung ist ungeklärt, vielleicht wurde das Tongefäß wie der Tonkrug in der ursprünglichen Anwendungsbedeutung als Bild des Mutterleibes aufgefasst. Daneben aber wurden die Urnen in neuerer Zeit in unmittelbarem Bezug auf ihren Charakter auch als Gaben bei Kopfweh geopfert." (Text, Deneke 1979)
Literatur
Bernward Deneke: Volkskunst. Führer durch die volkskundlichen Sammlungen. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. München 1979, S. 148, Nr. 210.