Titel
Maria im Rosenkranz (Umrahmung Pl.O. 227; Marienfigur Pl.O. 227_a)
Allgemeine Bezeichnung
Holzskulptur
Inventarnummer
Pl.O.227_a
Proviso
Leihgabe Evang.-Luth. Kirchengemeinde Nürnberg - St. Jakob

Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Nürnberg
Herstellungsdatum
1488/89
Klassifikation
Skulptur (visuelles Werk)
sculpture (visual work)
Material und Technik
Lindenholz, polychromiert
Vermerk am Objekt
Inschrift: GEGRUSSET SEIS DV DV EDLE JUNGFRAV MARIA EIN MUTER GOT ... EIN KONIGIN. AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINVS TECVM BENEDICTA JNTER MULIERIBVS (Deutsch/Latein, Gravur)

Vitrinentext
Skulptierte Rahmung aus dem Mittelschrein eines Rosenkranzretabels: Kreisförmige Reihung von stiliserten Blüten, unterbrochen von Wappenschilden mit den Wundmalen Christi ("cum signis passionalibus") Den Kranz umgebend eine sehr lebendig gruppierte Anzahl von Engeln, die einst vermutlich Arma Christi trugen. Im Zentrum Maria über Mondsichel (Jesuskind verloren)

The altar retable testifies to the floruit of both the cult of the rosary and wood sculpture in the 15th century. The composition reflects the prayer-sequence: five times ten roses for one „Hail Mary“ each and five shields with the wounds of Christ to recall his Passion. The faces of the angels are especially charming.

Die Muttergottes im Rosenkranz gehörte zu einem Triptychon aus der Nürnberger Dominikanerkirche. Das Relief ist als bildgewordenes Rosenkranzgebet zu verstehen. Sein Schnitzer wurde vermutlich in Ulm ausgebildet und betrieb seine Werkstatt in Nürnberg. Einer der gemalten Flügel des Triptychons hat sich in der Nürnberger Lorenzkirche erhalten. Er zeigt die Vertreter der Kirche beim Rosenkranzgebet.

The Virgin Mary in rosary frame belonged to a triptych from the Dominican Church in Nuremberg. The carving must be understood as a rosary prayer that has become an image. The person who carved it was probably trained in Ulm, and ran his workshop in Nuremberg. One of the painted wings has been preserved in the Nuremberg Lorenzkirche. It displays the representatives of the church telling the rosary.

Beschreibung
Maria über Mondsichel (Jesuskind verloren); zentrales Bildwerk eines Rosenkranzretabels.
Literatur
Veit Stoß. (Ausst.kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg). Nürnberg 1933, Nr. 42 (und 43 zur zugehörigen Madonna).
Kurt Pilz: Die St. Jakobskirche in Nürnberg. Ihre Geschichte und ihre Kunstwerke. Nürnberg 1964, S. 65-66.
Bayerische Frömmigkeit. Kult und Kunst in vierzehn Jahrhunderten. Bearb. von Hugo Schnell. München, Zürich 1965, S. 63-64.
Vera K. Ostoia: The Virgin and Child with Angels. In: The Metropolitan Museum of Art Bulletin, June 1967, Abb. 20.
Nürnberg 1300-1550. Kunst der Gotik und Renaissance. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg/ The Metropolitan Museum of Art New York. München, New York 1986, S. 163–166, Kat.Nr. 37.
Stefan Roller: Nürnberger Bildhauerkunst der Spätgotik. München, Berlin 1999, S. 314-315.
Maximilian Benker: Ulm in Nürnberg. Simon Lainberger und die Bildschnitzer für Michael Wolgemut. Weimar 2004, S. ##.
Yvonne Northemann: Zwischen Vergessen und Erinnern. Die Nürnberger Klöster im medialen Geflecht. Petersberg 2011, S. 157.
Benno Baumbauer: 150 Jahre Dreikönigsretabel, "Geistliche Stände"-Tafel und Keyper-Epitaph in der Lorenzkirche. Ausstattungsstücke der ehemaligen Nürnberger Predigerkirche und ihre Geschichte. In: St. Lorenz, NF. 69, 2018, S. 67-89, hier S. 78-83.
Frank Matthias Kammel: Der Englische Gruß. Legendäres Kunstwerk und Monument der Marienverehrung. In: 500 Jahre Englischer Gruß in St. Lorenz. Lindenberg 2018, S. 36, Anm. 26.
Michael Wolgemut - Mehr als Dürers Lehrer. (Kat. Ausst. Nürnberg 2019/20) Regensburg 2019, S. 231-233, Kat. Nr. 41 (B. Baumbauer, M. Teget-Welz).