Titel
Glocke aus Graitschen
Allgemeine Bezeichnung
Kirchenglocke aus Bronze
Inventarnummer
KG702
Sammlung
Kunsthandwerk I (bis 1500)
Anzahl der Teile
1
Herstellungsort
Thüringen (?)
Herstellungsdatum
2. Hälfte 11. Jahrhundert bis um 1100 (?)
Maße
H. 54 cm; Dm. 40,5 cm
Gewicht 60 Kg
Material und Technik
Bronze, gegossen
Standort
Dauerausstellung Mittelalter
Vitrinentext
Der Gebrauch von Kirchenglocken ist seit dem 6. Jahrhundert schriftlich belegt. Bis heute werden sie meist in den Kirchtürmen aufgehängt. In dem wichtigsten kunsttechnischem Traktat des Mittelalters, der anfangs des 12. Jh. entstandenen "Schedula diversarum artium" des Theophilus Presbyter, wird der Guss ausführlich geschildert. Die Glocke aus Graitschen entspricht in Form und technischem Befund diesem Verfahren.

Literatur
Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens. Bearb. von Paul Lehfeldt. Heft I: Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Amtsgerichtsbezirk Jena. Jena 1888, S. 63--64, Abb. 3.
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Bergner, Heinrich: Landschaftliche Glockenkunde. In: Deutsche Geschichtsblätte 4, 1903 (S.225-245), S. 235 Link zur Bibliothek
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Canossa 1077 - Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik. Kat. zur Ausstellung im Museum in der Kaiserpfalz, im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und in der Städtischen Galerie am Abdinghof, Paderborn, 21.7.--5.11.2006, hrsg. von Christoph Stiegemann und Matthias Wemhoff. München 2006, Bd. 2, Kat. 539 u. Kat. 299 (Vergleichsstück bzw. zur Herstellungstechnik). Link zur Bibliothek
Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 160, Abb. 143, S. 408, Kat. 248.
Mende, Ursula: Die mittelalterlichen Bronzen im Germanischen Nationalmuseum. Bestandskatalog. Nürnberg 2013, Kat. 131 Link zur Bibliothek

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