Titel
Eigenschaften eines Hundes
Allgemeine Bezeichnung
Spielstein
Inventarnummer
SZ884
Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Herstellungsort
Augsburg
Herstellungsdatum
Ende 17. Jahrhundert
Hersteller
C.J. Leherr
Maße
Dm. 58 mm, H. 12 mm
Material und Technik
Ahorn, gedrechselt, geprägt
Beschreibung
Der gedrechselte Rahmen ist zweifach gestuft. Das Bildfeld ist durch einen dünnen umlaufenden Linienkreis von der lateinischen Umschrift abgesetzt. Den Beginn der mit Buchstabenpunzen in den Stempel geschlagenen Umschrift markiert jeweils eine Rosette. Vs. In weiter Landschaft bellt ein Hund den gesichteten Mond an, ein Bild, das in der Emblemliteratur für vergebliche Mühe steht. Im Hintergrund wehrt ein wachsamer Wächter Angreifer einer Festung ab, welche die Dunkelheit der Nacht nutzen wollen. Umschrift: INVIDEAT. ET. VIDEAT mit der Fortsetzung auf der Rückseite. Rs. Derselbe Hund wie auf der Vorderseite greift einen kapitalen Eber an, der ihn in den Hals beißt. Im Hintergrund ein fliehender Hase und Laubbäume. Die Umschrift setzt diejenigen der Vorderseite fort: NEC. TIMIDE. NEC. TVMIDE (Er soll hassen und schauen, weder furchtsam noch aufbrausend).
Vermerk am Objekt
Inschrift: NEC. TIMIDE. NEC. TVMIDE. (Latein, Rs., Er soll hassen und schauen, weder furchtsam noch aufbrausend.)

Literatur
A. v. Forster: Die Erzeugnisse der Stempelschneidekunst in Augsburg und Ph. H. Müllers. Leipzig 1910, Nr. 625 (Vs.) und Nr. 629 (Rs.).
G. Himmelheber: Spiele. Gesellschaftsspiele aus einem Jahrtausend. München 1972, Nr. 185.
Ausst.Kat. Spielwelten der Kunst – Kunstkammerspiele. Kunsthistorisches Museum Wien. Mailand 1998, Nr. 91.11 und Nr. 123,11. Link zur Bibliothek
H. Maué: Spielsteine mit Bildern 1530-1900. Nürnberg 2020, Nr. 209.
Zum Emblem A. Henkel—A. Schöne: Emblemata. Stuttgart 1967, Sp. 563.