Titel
Halskette aus "Gesundsteinen", sogenannte Nürnberger Stückleinkette
Allgemeine Bezeichnung
Halsschmuck (Damen)
Inventarnummer
T4188
Sammlung
Textilien-Schmuck
Herstellungsort
Nürnberg (?)
Herstellungsdatum
17, Jh.
Maße
L. 39,5 cm, B. 1,8 cm
Klassifikation
Schmuck & Accessoire
Material und Technik
Gold, Perlen, Moosachat, Karneole, Topase, Chrysolith, Lapislazuli, Granat, Saphir, Smaragd, Malachit, Opal, Amethyst, Turmalin, Türkis, Bergkristall, Koralle, Gemmen
Standort
Dauerausstellung Renaissance, Barock, Aufklärung
Beschreibung
Stückleinkette mit 20 gefassten Steinen, nicht gemarkt, liegend nicht zu schließen (höchstens als Halsband), daher evtl aus zwei Armbändern zusammengesetzt, Fassungen der Steine auf der Rückseite offen bis auf Koralle und Opal. Die Fassungen sind alle gleich lang, aber nicht gleichermaßen breit, also für die jeweiligen Steine angefertigt, unterschiedlich geschliffene Steine, Cabochons. Als achteckige Glieder sind Achate von verschiedener Farbe , je ein Karneol, Moosachat, hellgrüner Chrysolith, Lapislazuli, Granat, Saphir, Smaragd, Malachit, Opal, Koralle, Edeltopas, Amethyst, Turmalin Madeiratopas, Türkis, Bergkristall sowie eine geschnittene Muschelgemme gefaßt und durch Ösen mit durchstifteten Perlen verbunden. Die Steine wurden in Zweitverwendung gebraucht, der Moosachat zeigt auf der Rückseite einen gravierten Skorpion; der Rosenquarz zeigt eine Bohrung, war also ehemals aufgefädelt. Stückleinketten waren Brautschmuck Nürnberger Patriziertöchter. Solche Ketten, die auch als Armbänder getragen wurden, gehen auf venezianische Vorbilder des späten 15. Jhs zurück. (Bohrung im Rosenquarz)
Vitrinentext
Sammelkommentar: Materialwert und kunstreiche Verarbeitung machten Schmuck zum prestigeträchtigen Luxusgut. Im Gebrauch wurde der gesellschaftliche Rang des Trägers ablesbar. Der schmückenden Funktion fügten Familienwappen, Inschriften, christliche und allegorische Motive eine vielfältige Symbolik hinzu. Totenschädel erinnerten an die Vergänglichkeit des Lebens. Manchen Schmucksteinen schrieb man als "Gesundsteinen" magische Kräfte zu. Dekorativ gefasst wurden auch Münzen und Bildnismedaillen zum Schmuckstück.

Necklace made of "Healing Stones", So-Called Nuremberg "Stückleinkette". Gold, pearls, silver, gilded, gemstones, corals, cameos. Summary: The material value and ingenious workmanship made jewelry a prestigious luxury item. When worn, jewelry made the social standing of the owner evident. Family coats of arms, inscriptions, Christian and allegorical motifs added a wealth of symbolism to the basic function of adornment. Death's heads were evocative of the transitoriness of life. The good many gemstones said to have magic powers were known as "healing stones". Coins and portrait medals were also decoratively mounted and converted into jewelry.

Literatur
Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 157, 394, Abb. 122. Link zur Bibliothek
Mundt 2009, S. 320.
Zander-Seidel, Jutta: Nürnberger Schmuck? Zur Lokalisierung zwischen Marken und Familientradition. In: Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. Bd. 2: Goldglanz und Silberstrahl. Kat. Ausst. Nürnberg. Freiburg 2007, S. 240--241. Link zur Bibliothek
Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. Bd. 2 Goldglanz und Silberstrahl. Bearb. v. Karin Tebbe u. a. Nürnberg. Zugleich Katalog der Ausstellung in Nürnberg 2007. Nürnberg 2007, S. 297, Kat. 262.
Faszination Edelstein. Aus den Schatzkammern der Welt. Ausst.Kat. Hessisches Landesmuseum, Darmstadt. Bern o. J. (1992), S. 263--254, Nr. 205 mit Abb. (mit irrigem Hinweis auf Nürnberger Beschauzeichen). Link zur Bibliothek
Ausst.Kat. Hanau 1987, Kat. 231.
Ausst.Kat. Nürnberg 1986a, Nr. 211.
Wenzel Jamnitzer und die Nürnberger Goldschmiedekunst 1500--1700: Goldschmiedearbeiten, Entwürfe, Modelle, Medaillen, Ornamentstiche, Schmuck, Porträts. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 1985. München 1985, Nr. 275. Link zur Bibliothek
Wilckens, Leonie von: Das Kleid des Menschen und sein Schmuck. Standesabzeichen, Pilgerkleid und modische Stilisierung. In: Das Schatzhaus der deutschen Geschichte. Das Germanische Nationalmuseum. Hrsg. Von Rudolf Pörtner. Düsseldorf/Wien 1982, S. 369--370 mit Abb.
Schönberger, Arno: Germanisches Nationalmuseum. Ausgewählte Werke. Nürnberg 1971, Taf. 5. Link zur Bibliothek
Deneke, Bernward: Hochzeit. München 1971, S. 90 mit Abb. Link zur Bibliothek
Kohlhaussen, Heinrich: Nürnberger Goldschmiedekunst des Mittelalters und der Dürerzeit 1240--1540. Berlin 1968, S. 426--27, Nr. 440. Link zur Bibliothek
Steingräber, Erich: Alter Schmuck. Die Kunst des europäischen Schmuckes. Verlag Hermann Rinn 1956, Abb. S. 98, S. 100. Link zur Bibliothek
Kohlhaussen,Heinrich. In: Germanisches Nationalmuseum. 87. Jahresbericht. Nürnberg 1941, S. 18. Link zur Bibliothek

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