Titel
Bildnis des Paul Lautensack
Allgemeine Bezeichnung
Bildnis des Paul Lautensack
Inventarnummer
K877
Sammlung
Druckgraphik-Zeichnungen
Herstellungsdatum
1552
Hersteller
Lautensack, Hans Sebald (Stecher)
Lautensack, Hans Sebald (Stecher)
Maße
22,3 x 16,3 (Höhe*Breite/cm)
Klassifikation
Erinnerungsblatt
Material und Technik
Radierung
Vermerk am Objekt
Beschriftung: HSL (unten Mitte, Schriftart: MajuskelForm: ligiert)

Beschreibung
Schmitt geht davon aus, daß das Nürnberger Blatt (K 877/130) das einzige sei, das gedruckt wurde, bevor die Platte in zwei Teile gesägt wurde. Alle anderen bekannten Blätter seien "aus zwei gleichgroßen Teilen zusammengesetzt und wurden [...] von zwei Platten gedruckt." Drei weitere Radierungen Lautensacks setzten sich ebenfalls aus zwei Hälften zusammen. Die Größe der zerschnittenen Platten entspräche der der in den folgenden Jahren entstandenen Landschaftsradierungen, weshalb Schmitt vermutet, daß es sich bei den auseinandergesägten Platten nur um "Radierversuche auf dem neuen Material von Kupfer" handele - bei dem Bildnis Paul Lautensacks darüberhinaus auch noch um den ersten Porträtversuch - , die der Künstler dann selbst verworfen hätte, um ihre Rückseiten weiter zu verwenden. Es ist nicht gut vorstellbar, daß die Abdrucke des Bildnisses von zwei Platten entstanden sein können, nachdem bereits von den "weiter verwendeten" Rückseiten Abdrucke hergestellt worden waren. Dieser Vorgang hätte vermutlich zu Verquetschungen der Vorderseite geführt, die keinen klaren Abdruck mehr ergeben hätte. In der Graphischen Sammlung des GNM befindet sich noch ein weiteres, von nur einer Platte gedrucktes Exemplar des Bildnisses (Mp 13659a), wie das andere leider ohne Wasserzeichen. Beide Blätter weisen schon Spuren von Kratzern in der Platte auf, außerdem Schatten im Bereich des Ovalrahmens, vor allem links zwischen Schulter und Kopf des Dargestellten, die möglicherweise von Roststellen auf der Platte herrühren könnten (eventuell aber auch daher, daß der Ätzgrund porös war [?]). Zumindest handelt es sich bei beiden Blättern um eher späte Auflagendrucke. Das dritte Exemplar im GNM (Mp 13659) ist auf ein Blatt, aber von zwei Platten gedruckt. Sein Wasserzeichen (Nürnberger Stadtwappen) läßt eine Datierung in die achtziger Jahre des 16.Jahrhunderts zu. Möglicherweise entstanden die Drucke von zwei Platten deshalb erst nach dem Tod Lautensacks. Vom Plattenzustand her ist eine Reihenfolge der Abdrucke der Nürnberger Blätter von Mp 13659 über K 877 zu Mp 13659a anzunehmen. Eine Kopie des Blattes wurde um 1670 von Nicolaus Häublin angefertigt. 1. Zustand; vor dem Zerschneiden der Platte.
Literatur
Schmitt, Hanns Lautensack, 1957, S. 62; Abb. 1; Kat. Nr.: 1
Hollstein, German Engravings, Etchings and Woodcuts, Bd. 21, S. 97; Kat. Nr.: 58/2
Singer, Allgemeiner Bildniskatalog, 1930-1936, Bd. 7, S. 165; Kat. Nr.: 51946 & 51949
Drugulin, Porträt, 1860, Kat. Nr.: 11453
Zink, Kulturdokumente Frankens, Bamberg 1961, S. 35; Kat. Nr.: 118
Verzeichnet in: Strauss Bd. 18, S. 367, Nr. 2 (1.Zustand)