Titel
Grabstein des Knaben Israel, Sohn des Rabbi Joseph, (+1282)
Allgemeine Bezeichnung
Grabstein
Inventarnummer
Gd20
Sammlung
Skulptur bis 1800
Anzahl der Teile
1
Herstellungsort
Regensburg
Herstellungsdatum
1282
Maße
H. 66,5 cm, B. 42,5 cm, T. 11,5 cm
Material und Technik
Sandstein
Beschreibung
Rundbogig geschlossene Schrifttafel mit hebräischem Text.
Vermerk am Objekt
Beschriftung: (Hebräisch, Dieses Zeichen gehört dem Knaben Israel, Sohn des Josef, welcher einging in seine Ewigkeit am 6. (Wochen) Tage, den 27. des Siwan 42 nach der Rechnung im sechsten Tausend. Es sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens.)

Vitrinentext
Der Grabstein stammt vom ältesten jüdischen Friedhof in Regensburg, auf dem Juden aus ganz Ober- und Niederbayern bestattet waren. Der Friedhof wurde 1210 angelegt und bestand bis zur Judenverfolgung im Jahr 1519. Das Bild vom "Bündel des Lebens" (1 Sam 25, 29) ist die häufigste Schlussformel mittelalterlicher jüdischer Grabinschriften. Übersetzung der hebräischen Inschrift: "Dieses Zeichen gehört dem Knaben Israel, Sohn des Josef, welcher einging in seine Ewigkeit am 6. (Wochen) Tage, den 27. des Siwan 42 nach der Rechnung im sechsten Tausend. Es sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens."

Gravestone of the Boy Israel, Son of Rabbi Joseph (+1282). The gravestone comes from the oldest Jewish cemetery in Regensburg, where Jews from all over Upper and Lower Bavaria were buried. The cemetery was established in 1210 and existed until the persecution of the Jews in 1519. The image of the "Bundle of the Living" (1 Sam 25, 29) is the most common conclusion to medieval Jewish grave inscriptions. Translation of the Hebrew inscription: "This marker belongs to the boy Israel, son of Josef, who entered eternity on the 6th (week)day, the 27th of Sivan (May/June) in 42 in the sixth millennium according to the calculation of the Jewish calendar. May his soul be bound in the bundle of the living."

Literatur
Georg Karl Fromann: Israelitische Grabsteine in Nürnberg. In: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. Bd. 22, 1875, Sp. 183.
Meir Wiener: Berichtigung in Betreff einiger israelitischer Grabsteine. In: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, Bd. 23, 1876, Sp. 299-300. - August Essenwein: Die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen des germanischen Museums. Wegweiser für die Besuchenden. Nürnberg 1891, S. 28.
Synagoga. Kultgeräte und Kunstwerke von der Zeit der Patriarchen bis zur Gegenwart. Ausstellung der Städtischen Kunsthalle Recklinghausen. Recklinghausen 1960, Nr. B108. Link zur Bibliothek
Bernward Deneke: Zur Geschichte der Sammlung jüdischer Altertümer im Germanischen Nationalmuseum. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1981, S. 137-148, hier S. 141. - Günther Heinz Seidl: Die Denkmäler des mittelalterlichen jüdischen Friedhofs in Nürnberg. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Bd. 70, 1983, S. 28-74, hier S. 73.
Jens Hoppe: Jüdische Geschichte und Kultur in Museen. Zur nichtjüdischen Museologie des Jüdischen in Deutschland. Münster, New York, Berlin, München 2002, S. 71, 216. Link zur Bibliothek
Frank Matthias Kammel: Spur der Steine. Zu den jüdischen Grabdenkmalen im Germanischen Nationalmuseum. In: Kulturgut. Aus der Forschung des Germanischen Nationalmuseums, H. 58, 2018, S. 13-15, hier S. 13. Link zur Bibliothek