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Objekt / Inventarnr.: BA1347

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Mangelbrett

Inventarnummer: BA1347
Datierung: Ende 18. Jahrhundert
Ort: Nordfriesland/Wilstermarsch;
Material/Technik: Buchenholz; Reliefschnitzerei, bemalt
Maße: L. 62,5 cm, B. 15,5 cm.
Sammlung: Judaica
Spielzeug
Volkskunde
Beschreibung:
Der Griff ist oben in das Brett eingezapft. Ein ca. 2,5 cm breiter, nach außen leicht abfallender Rand aus stilisierten, grün bemalten Akanthusblättern umläuft das gesamte Brett. Einzelne tiefe Punkte sind rot ausgemalt. An den Schmalseiten, besonders an der unteren, wird der Rand teilweise von der Reliefschnitzerei miteingenommen. Auf der ca. 11 cm breiten, mittleren beschnitzten Fläche beginnt die Schnitzerei oben mit Fortuna. Durch ihr Ausmaß und die dominante Stellung beherrscht sie das Brett. Frontal zum Betrachter gerichtet mit überkreuzten Beinen steht sie auf einer Kugel, die von einer Rocaille eingefasst ist. Die angewinkelten Arme sind nach oben gerichtet und halten ein rotes Tuch, das in großem Bogen über dem Kopf weht und sich über eine Seite hinweg, über die Lende, zieht und in leichtem Schwung in Kniehöhe endet Das Inkarnat ist fleischfarben und die gewellten, schulterlangen Haare sind rot gefasst. Um die Plastizität des Körpers zu erhöhen, das vorstehende Bein ist vollplastisch, wurde das Brett über die Länge des Körpers zur Mitte hin leicht vertieft. Nach der Rocaille, die noch von einigen blattartigen Verzierungen umgeben ist, beginnt die erste Halterung des Griffes, welche seitlich mit einem festonähnlichem Gehänge mit Birnen und einer Eichel verziert ist. Unterhalb der Durchgriffstelle befindet sich eine Kartusche, deren Rahmung aus langen, schmalen, flammenähnlichen Blättern besteht. Die beiden Seiten der zweiten Einzapfstelle des Griffes werden von je einem Tannenzapfen auf einem Akanthusblatt eingenommen. Unterhalb des Griffes befindet sich ein geflügelter, rundköpfiger Putto, dessen Körper noch die Umrandung mit einnimmt und bündig mit der Schmalseite abschließt. Das Inkarnat und die Flügel sind hell gefasst, die lockigen Haare sind rot und schwarz. // Griff: Der Griff ist auf starker Erhöhung des Brettes eingezapft und trägt im oberen Teil eine Frauenbüste mit Krone. Haare sind nur auf der Kalotte sichtbar. Vom Hinterkopf ausgehend erstreckt sich eine Volute bis zur Brust. Danach folgt der runde, lange Griffteil zum Durchgreifen. Die untere Befestigung endet in einem dreiteiligen Akanthusblatt. Die Büste samt Volute ist fleischfarben, der restliche Griff ist von dunkler und roter Farbe.
Literatur:
Hans Jürgen Hansen: Europas Volkskunst und die europäisch beeinflusste Volkskunst Amerikas. Oldenburg 1967, S. 91.
 
 
3.3.130726