Beschreibung
Angeblich Grabtextilie aus dem Grab der Heiligen Elisabeth von Thüringen in Marburg.
Die Gewebesammlung bewahrt auch ein nur knapp 3 x 3 cm großes, zartes Stoffstück aus Seide und Wolle auf, das wohl aus dem Grab der heiligen Elisabeth von Thüringen in Marburg stammt. Es zeigt einander zugewandte Vogelpaare, in ihrer Mitte halten sie Zweige mit herzförmigen Blättern. Die Vögel wiederholen sich in vertikalen Bändern, die von schmaleren Streifen mit Herz- und Pflanzenstielmotiven gesäumt werden. Das Gewebe wird dem 11.-12. Jahrhundert zugeordnet. In welcher Verwendung dieses Textil war, im Grab oder davor, ist nicht bekannt. Auch wie der Grabstoff ins Museum kam, ist unklar; es wird lediglich angemerkt, dass es „dem Grabe der Heiligen entnommen“ wurde.
1231 starb die erst 24-jährige Elisabeth und wurde in dem von ihr gegründeten Franziskushospital aufgebahrt. Schon zu diesem Zeitpunkt war die ihr entgegengebrachte Verehrung groß. Schriftliche Quellen berichten, dass Trauernde Stücke der den Leichnam umhüllenden Tücher abrissen und sogar Haare, Nägel und Finger abschnitten.
Text von Julia Brockmann, vgl. https://www.gnm.de/blog/vw-kolleg-grabtextilien/