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Objekt / Inventarnr.: Gm1055

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Mittelbild des Quirinus-Altars aus Kloster Tegernsee: Kalvarienberg (Gemälde, Altarbild)

Inventarnummer: Gm1055
Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München
Hersteller: Meister des Tegernseer Hochaltars (tätig um Mitte 15. Jh.)
Datierung: 1440/50
Ort: Bayern;
Material/Technik: Fichtenholz
Maße: H. 185,8 cm; B. 268,2 cm
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Die Tafel zählt zu den eindringlichsten Kalvarienberg-Darstellungen des Spätmittelalters. Sie gehörte zu einem monumentalen Passionsaltar. Der in der Barockzeit übermalte Goldgrund verfremdet die ursprüngliche Wirkung und dramatisiert das Geschehen. Bis auf die rohen Peiniger und den schmerzverzerrten bösen Schächer wirkt der Handlungsablauf beruhigt. Selbst der Lanzenstich des blinden Longinus wird behutsam geführt. Der nahezu unversehrte Körper Christi wirkt bis auf die überdehnten Arme und gespreizten Füße entspannt. Die Farbigkeit ist auf gebrochene Töne reduziert und vermeidet heftige Akzente. Das ursprünglich goldgrundige Gemälde wollte nicht überwältigen oder entsetzen, sondern lud zu einer konzentrierten Betrachtung der Kreuzigung als Überwindung des Todes ein.
Literatur:
Pez 1721, III, 3, S. 542. — Oefele 1773, II, 76 a. — Freund, Karl: Wand- und Tafelmalerei der Münchner Kunstzone im Ausgange des Mittelalters. Darmstadt 1906, S. 24 ff. — Ausstellung Altmünchener Tafelgemälde des XV. Jahrhunderts im Bayerischen Nationalmuseum. Bearb. von Hans Buchheit. München 1909, Kat.Nr. 5. — Bassermann-Jordan, Ernst: Unveröffentlichte Gemälde alter Meister aus dem Besitze des Bayerischen Staates. Bd. 3, Die Gemäldegalerie im Kgl. Schlosse Schleißheim. Leipzig 1910, Taf. 7. — Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Schleißheim. Bearb. von Heinz Braune. München 1914, S. 147, Nr. 3047. — Glaser, Curt: Zwei Jahrhunderte deutscher Malerei. Von den Anfängen deutscher Tafelmalerei im ausgehenden vierzehnten bis zu ihrer Blüte im beginnenden sechzehnten Jahrhundert. München 1916, S. 99--100, Abb. 73. — Glaser, Curt: Die altdeutsche Malerei. München 1924, S. 183--184, Abb. 120. — Hausenstein, Wilhelm: Die bildende Kunst der Gegenwart. Malerei, Plastik, Zeichnung. Stuttgart 1920, Taf. 62. — Weese, Artur von: Müchen. 3. überarb. Aufl. Leipzig 1925, S. 98--99, Abb. 50. — Winkler 1925, S. 40. — Kieslinger 1926, S. 76, Abb.2. — Kieslinger 1934, Abb. S.109. — Lutze 1935. — Münchner Tafelmalerei, München 1935, S. 24-34, bes. Nr. 31, Abb.15 (bearb. Karl Feuchtmayr). — Lutze, Eberhard/Wiegand, Eberhard: Kataloge des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg: Die Gemälde des 13. bis 16. Jahrhunderts. Text- und Bildband. Leipzig 1937, S. 83--84, Abb. 257. — Buchner 1938/39, S. 36. — Pinder, Wilhelm: Die deutsche Kunst der Dürerzeit (=Vom Wesen und Werden deutscher Formen. Geschichtliche Betrachtungen, Bd. 3). Leipzig 1940, S. 44--50, Abb. 7. — Oettinger, Karl: Die Blütezeit der Münchner gotischen Malerei. 2. Die Nachfolge des Worcester-Meisters. In: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft 8, 1941, S. 17, Abb. 1, 2. — Strieder ???, S. 5 f. — Meisterwerke altdeutscher Malerei. Museum zu Allerheiligen. Schaffhausen 1947, Kat.Nr. 100. — Deutsche Kunst und Kultur im Germanischen Nationalmuseum. Nürnberg 1952, Abb. S. 65, Ausschnitt. — Roth, Elisabeth: Der volkreiche Kalvarienberg in Literatur und Kunst des Spätmittelalters. Berlin 1958, S. 80--82. — Musper, Heinrich Theodor: Altdeutsche Malerei. Köln 1970, S. 24, Abb. 20. — Lampl 1975, S. 65, Anm. 106. — Sterling 1975-76, S. 130 - 139, Abb. 5, 12, 13. — Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. München 1977, Nr. 150, Farbabb. — Liedke, Volker: Die Münchner Tafelmalerei und Schnitzkunst der Spätgotik. Teil 2, Vom Pestjahr 1430 bis zum Tod Ulrich Neuhausers 1472. München 1982, S. 8--27, Abb. 12, 15, 17. — Suckale 1987, S. 8-10, Abb. 16. — Möhring 1988. — Suckale 1988, S. 26--29, Abb. 15. — Hale, J.R.: Artists and Warfare in the Renaissance. New Haven/London 1990, S. 228--229, Abb. 287. — Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. Nürnberg 2001, S. 64.
 
 
3.3.130726