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Objekt / Inventarnr.: Gm1103

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Flügel eines Pestaltars aus dem Augustinerkloster Wengen in Ulm (Gemälde, Altarflügel)

Inventarnummer: Gm1103
Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München
Hersteller: Schaffner, Martin (1478/79-1546/49)
Datierung: um 1513/14
Ort: Ulm
Material/Technik: Malerei auf Tannenholz (Abies sp.)
Maße: H. 167,8 cm; B. 49,8 cm; Viertelbogenabschluss, zum Rechteck ergänzt
Marke/Inschrift: "G.1103"
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Auf Wolken sitzt Gottvater mit dem erhobenem Schwert in der linken Hand und nach unten gerichteten Pestpfeilen in der rechten. Ein Engel holt mit dem Schwert aus, einer schießt Pfeile auf die sündige Menschheit, ein dritter wirft einen Mühlstein. Maria entblößt fürbittend ihre Brust, an der sie ihren Sohn genährt hat. Als Schutzmantelmadonna ist sie von Vertretern der geistlichen und der weltlichen Stände umgeben, darunter der Papst mit Bischof, Kardinal und Geistlichkeit und der Kaiser mit Kurfürst, Adel und Bürgern. Gebirgige Landschaft mit einer Stadt und Pesttoten.
Beschriftung:
Sammelkommentar: Die beiden Tafeln zeigen den zürnenden Gottvater, der die sündige Menschheit mit Pestpfeilen bestraft. Die vom Unheil gepeinigten Menschen richten ihre Fürbitte nicht direkt, sondern stufenweise an Gott. Die "Heilstreppe" beginnt bei den Pestheiligen Rochus und Sebastian. Sie geben die Bitten weiter an Maria, die sich mit entblößter Brust an ihren Sohn richtet. Dieser bringt die Bitten zum Vater und zeigt ihm dabei seine Wundmale, um ihn gnädig zu stimmen. Durch die Hilfe der Heiligen werden die Pfeile unschädlich.
Summary: Two Wings of a Plague Altarpiece from the Augustinian Monastery Wengen in Ulm. Painting on fir. The panels show an angry God the Father punishing sinful mankind with plague arrows. The sufferers send their prayers to God not directly, but through the mediation of intercessionaries. The Ladder of Salvation begins with the two plague saints, Roch and Sebastian. The pleas are passed on to Mary, who, displaying her uncovered breast, addresses her son. He, in turn, presents the prayers to His Father, showing him the stigmata to invoke his mercy. With the aid of the saints the arrows break and fall harmlessly to the ground.
Literatur:
Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 443--446 mit älterer Literatur. — Eisenbeiß, Anja: Ein Fürbitterbild von 1519 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Überlegungen zur Synthese von Intercessio und herrscherlicher Selbstdarstellung bei Kaiser Maximilian I. In: Jahrbuch der staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, 35, 1998, S. 82--83. — Hecht, Christian: Die Glorie. Begriff, Thema, Bildelement in der europäischen Sakralkunst vom Mittelalter bis zum Ausgang des Barock. Regensburg 2003, S. 131. — Teget-Welz, Manuel: Martin Schaffner. Leben und Werk eines Ulmer Malers zwischen Spätmittelalter und Renaissance (Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm 32). Stuttgart 2008, S. 81--82, S. 340--346, Kat.Nr. A-07, Abb. 15. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 49, 116, 427, Abb. 80.
 
 
3.3.130726