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Objekt / Inventarnr.: Gm1108

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Die Fabel vom Mund der Wahrheit (Gemälde, Tafelgemälde)

Inventarnummer: Gm1108
Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München
Hersteller: Cranach, Lucas d. Ä. (1472-1553) und Werkstatt
Datierung: 1534
Ort: Wittenberg
Material/Technik: Malerei auf Buchenholz (Fagus sylvatica)
Maße: H. 75,5 cm; B. 117,4 cm
Marke/Inschrift: "1534", darunter bez. mit dem Signet: Schlange nach rechts mit stehenden Fledermausflügeln. — Klebezettel der BStGS Inv. 1855, Nr.1461; 1905, Nr.1138. Auf der Rahmenrückseite Klebezettel der Cranach-Ausstellungen Berlin 1937, Nr.127, und Basel 1974, Nr.480.
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Eine des Ehebruchs angeklagte Frau rechtfertigt sich wahrheitsgemäß und betrügerisch zugleich in Gegenwart des Richters, ihres Ehemannes und anderer Zeugen. Indem sie ihre rechte Hand in den Löwenrachen (Mund der Wahrheit) steckt, bekennt sie, dass sie in keines anderen Mannes Armen gelegen hätte, als in denen ihres Ehemannes und des sie umfassenden Narren - ihres verkleideten Liebhabers. Der Narr wird nicht ernst genommen und bleibt unerkannt, der Löwe beißt nicht zu. Halbfiguren vor schwarzem Grund.
Beschriftung:
Das Gemälde zeigt eine seit dem Spätmittelalter häufig thematisierte "Weiberlist". Eine des Ehebruchs angeklagte Frau legt die Hand in den Löwenrachen. Sie bekennt, nur in den Armen ihres Ehemanns und des Narren gelegen zu haben. Da sie die Wahrheit spricht, beißt der Löwe nicht zu. Der Narr ist in Wirklichkeit ihr verkleideter Liebhaber. Von den Zeugen wird er jedoch nicht ernst genommen. Die Szene spielt auf die römische Steinmaske "bocca della veritá" an, die der Legende nach jedem Lügner die Hand abbeißt.
The Fable of the Mouth of Truth. Painting on beechwood. The painting depicts the frequently employed late medieval theme of the "Wiles of Women". A woman charged with infidelity lays her hand in the jaws of the lion. She confesses only to have lain in the arms of her husband and the fool behind her. Because she is speaking the truth, the lion does not bite off her hand. The fool is, in fact, her disguised lover, but he is not taken seriously by any of the witnesses. The scene alludes to the Roman stone mask "bocca della veritá", which according to legend bites off the hand of every liar.
Literatur:
Lucas Cranach. Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphik. Ausst. im Kunstmuseum Basel. Hrsg. von Dieter Koepplin/Tilman Falk. Basel 1974, Cranach: Nr. 480. — Lucas Cranach. Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphik. Ausst. im Kunstmuseum Basel. Hrsg. von Dieter Koepplin/Tilman Falk. Basel 1976, Cranach: Nr. 480. — Friedländer, Max J./Rosenberg, Jakob: Die Gemälde von Lucas Cranach. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Basel 1979, Nr. 278. — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 151--153 mit älterer Literatur. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 96, 413, Abb. 63.
 
 
3.3.130726