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Objekt / Inventarnr.: Gm1240

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Sieben Tafeln aus einer Folge von Monatsbildern: Der Monat Dezember (Gemälde, Tafelgemälde)

Inventarnummer: Gm1240
Hersteller: Wertinger, Hans (um 1466-1533)
Datierung: um 1516/1526
Ort: Landshut
Material/Technik: Malerei auf Erlenholz (Alnus sp.)
Maße: H. 32,4 cm; B. 41,1 cm
Marke/Inschrift: "Gem.1240 (1930)" — "By John Hemmelinck Born 11.50" — "1240"
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Eine Tafel von sieben im Germanischen Nationalmuseum vorhandenen Monatsbildern: Der Monat Dezember. Ochsen- und Schweineschlachten. Ein Ochse erhält mit der Axt einen Schlag vor die Stirn, ein Schwein wird abgestochen, das Blut in einer Kasserole aufgefangen. Ein Mann bringt Strohballen herbei, um die Schweineborsten abzufackeln ("gesengte Sau"). Rechts ein auf zwei Seiten einsehbarer Raum mit Herdstelle und Kamin. Über dem Feuer an einer Kette hängend der Wurstkessel, auf der Herdplatte ein Rost, auf den eine Frau Würstchen legt, und ein großer Henkeltopf, in dem eine Frau Blut rührt, das nicht gerinnen darf, zur Bereitung von Blutwurst. An Stangen zum Räuchern aufgehängte Würste. Links ein Verkaufsstand mit einem das Fleisch zerlegenden Metzger, auf dem Weg ein Jäger mit einem geschulterten Hasen. Der Schauplatz ist ein städtischer Bereich. Den oberen Abschluß bildet ein Korbbogen mit Ornamenten in den Zwickeln, einer Konsole in der Mitte und symmetrisch angeordneten Festons, unten Rest einer Rahmenleiste, vergoldet.
Beschriftung:
Sammelkommentar: Die Monatsbilder zeigen bäuerlich-ländliche Tätigkeiten im Jahresablauf. Viele der lebensnahen Motive entstammen einem festen Bildrepertoire und haben eine lange Tradition im kirchlichen wie weltlichen Kontext. Zur Popularisierung trugen auch Kalenderdrucke bei. Die Rezeption antiker Literatur beförderte im frühen 16. Jh. die Idealisierung des Landlebens. Dies wird auch in Wertingers Bildfolge deutlich, die ursprünglich wohl als Wandvertäfelung diente. Auftraggeber war offenbar ein Adliger, der in einzelnen Bildern zu begegnen scheint.
Summary: Labors of the Months of March, May and June as well as July, August, September and December. Painting on alder and limewood. The Labors of the Months show rural activities through the year. Many of the true-to-life motifs come from a fixed repertoire of images and have a long tradition in a sacred as well as a secular context. Calendar prints also helped popularize them. The reception of Classical literature in the early 16 c. promoted the idealization of life in the country. This is also clear in Wertinger's series of pictures, which probably served originally as wall panels. The patron was clearly an aristocrat who seems to appear in individual pictures.
Literatur:
Ernst Buchner: Monats- und Jahreszeitenbilder Hans Wertingers: In: Zeitschrift für Bildende Kunst, Bd. 61, 1927--28, S. 106--112. — Gloria Ehret: Hans Wertinger. Ein Landshuter Maler an der Wende der Spätgotik zur Renaissance. München 1976, Nr. 6--12, S. 37--30. — Kurt Löcher: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 540--549 mit älterer Literatur. — Hess, Daniel/ Mack, Oliver/Küffner, Markus: Hans Wertinger und die Freuden des Landlebens. In: Kammel, Frank Matthias/Hess, Daniel u.a.: Enthüllungen. Restaurierte Kunstwerke von Riemenschneider bis Kremser Schmidt. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 2008, S. 64--81. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 51, 220--223, 417, Abb. 180--182.
 
 
3.3.130726