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Objekt / Inventarnr.: Gm1292

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Ulrich Röhling (1562-1631) und Christina Röhling (1564-1623) (Gemälde, Porträt)

Inventarnummer: Gm1292
Hersteller: Krodel, Matthias d. J. (vor 1595-1618)
Datierung: 1615
Ort: Schneeberg (verm.)
Material/Technik: Öl auf Rotbuchenholz
Maße: H. 102 cm; B. 82,5 cm
Marke/Inschrift: "ÆTATIS SUÆ / XXXXXIIII" — "CHRIST II. S R I ARCHIM ET EL D S IV CL ET MONT" — CHRISTIAN II D G DVX SAXON ELECTOR — s.o. — "1615 / MK" (MK ligiert) — "N°. 845 /ERAXA" — "112"
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Hüftbild, nach rechts mit Blick zum Betrachter. Dargestellt ist Ulrich Röhling (1562-1631), Bildinschrift rechts oben. Röhling war Stadtrichter, Fundgrübner und Zehentner zu Schneeberg. Gm 1292 stellt ihn in seiner Würde, welche er bis 1626 innehatte, als Fundgrübner des Schneeberger Silberbergwerks und Zehentner, der dem kurfürstlich-sächsischen Bergamt vorstand, dar: in schwarzem Seidenwams, darüber einen schwarzen Schultermantel, vor ihm auf einem Tisch der hohe, schwarze und perlenbestickte Fundgrübnerhut; unter dem Mantel sieht man seinen Degen, an der Brust erblickt man ein Schmuckstück mit einer großen Schaumünze, die zum Tode des sächsischen Kurfürsten Christian II. (1583, Kurfürst 1593-1611) geschlagen wurde. Am silber beschlagenen Gürtel hängt neben einem Sauzahn ein ovaler Gnadenpfennig desselben Kurfürsten, der 1601 von Tobias Wolf (tätig 1567-1606) gefertigt wurde. Der Dargestellte litt an einer Hautkrankheit, die die außergewöhnliche Größe der Nase verursachte. -- Links oben Wappen: Seitenverkehrt. Geviert; 1 in Schwarz ein flüchtender goldener Hirsch (Reh?), 2 und 3 dreimal schräg geteilt von Silber und Rot, 4 in Schwarz ein springender goldener Windhund. Auf dem gekrönten Helm der Hirsch (das Reh) wachsend zwischen zwei viermal schräggeteilten Flügen, rechts rot-silber, links schwarz-gold. Decken: rechts schwarz-golden, links rot-silbern.
Beschriftung:
Sammelkommentar: Das Bildnispaar dokumentiert, welchen Schmuck Amts- und Standespersonen im 16. Jh. trugen. Röhling war Stadtrichter in Schneeberg und stand dem kurfürstlich-sächsischen Silberbergwerk vor. An der Brust trägt er eine Medaille auf Sachsens Kurfürsten Christian II. (1583-1611). Christinas dreifache Kette ziert eine portugiesische Goldmünze im Wert von 10 Dukaten (sog. Portugalöser). Am Gürtel aus Silber- und Goldgliedern hängt ein Gürtelbesteck mit figürlichen Szenen. Die Armbänder zeigen das emaillierte Wappen des Gatten.
Summary: Ulrich Röhling (1562-1631) and Christina Röhling (1564-1623). Painting on beech. The pair of portraits documents the jewelry worn in the 16th c. by office holders and persons of rank. Röhling was the municipal judge in Schneeberg and presided over the electoral silver mine in Saxony. On his chest he wears a medal of Christian II (1583-1611), Elector of Saxony. Christina's triple chain is decorated with a Portuguese gold coin worth 10 ducats (a so-called Portugalöser). On her girdle of silver and gold chains hangs traveling cutlery with figural scenes. Her bracelets display the enameled coat of arms of her husband.
Literatur:
Tetzel, Wilhelm Ernst: Saxonia Numismatica oder Medaillen-Cabinett von Gedächtniß-Münzen und Schau-Pfennigen, welche die (...) Chur- und Fürsten zu Sachsen Albertinischer Haupt-Linie prägen und verfertigen laßen (...). Dresden 1705, (bei S. 320) Taf. 25, II, S. 358 (Zitat), bei S. 352, Taf. 28, III. — Meltzer, Christian: Historia Schneebergensis renovata, das ist erneuerte Stadt- und Berg-Chronica (...) Schneeberg. Schneeberg 1716, S. 348. — Habich, Georg: Die deutschen Schaumünzen des XVI. Jahrhunderts. Bd. 2,1. München 1932, Nr. 2146 und Nr. 2147, Taf. CCXXIII, 9. — Lutze, Eberhard: Die Röhling-Bildnisse von Matthias Krodel d. J. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseum 1934-35. Nürnberg 1935, S. 90-104 mit Abb. — Kurras, Lotte: Die Stammbücher, Erster Teil: Die bis 1750 begonnenen Stammbücher (Kataloge des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, Die Handschriften des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg 5: Die Stammbücher 1). Wiesbaden 1988, S. 58-59, Nr. 41. — Tacke, Andreas: Die Gemälde des 17. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Bestandskatalog. Mainz 1995, S. 150-151, Nr. 69 mit Abb. und mit weiterer älterer Literatur. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 152-153, 157, 210, 390, Abb. 117, 118.
 
 
3.3.130726