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Objekt / Inventarnr.: Gm161

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Hl. Anna Selbdritt, Gedächtnisbild für Anna Groß (gest. 1509) (Gemälde, Epitaph)

Inventarnummer: Gm161
Hersteller: Wolgemut, Michael (1434/37-1519)
Datierung: vor 1510
Ort: Nürnberg
Material/Technik: Malerei auf Kiefernholz (Pinus sylvestris)
Maße: H. 136 cm; B. 90,5 cm
Marke/Inschrift: Beschreibung: In Silber ein grüner Lindenzweig mit 13 Blättern über einem roten Kreuz aus goldenem [hier: gelbem] Dreiberg wachsend. Helmzier: Zwei silberne Büffelhörner, an den Seiten und in den Mündungen mit Lindenblättern besteckt. — Beschreibung: In Blau ein goldener [hier gelber] Dreiberg, darüber zwei ins Andreaskreuz gestellte gelbe Sensen mit silbernen Klingen. Helm: Ein geschlossener blauer Flug mit den Sensen wie im Schild belegt. Decken in blau gold.
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Die Hl. Anna, ihre Tochter Maria und das Christuskind sitzen unter einem Baldachin, dessen Rückwand gleich den Kleidern der Frauen umd dem Kissen aus einem Brokatstoff besteht. Anna blättert in einem Buch. Auf einer Brüstung stehende Säulen tragen den Architraph, auf dem das Gewölbe aufliegt. In einem Mauereinschnitt steht eine Vase mit Blumen. Rechts und links geht der Blick auf eine fränkische Landschaft. Unten kniet im verkleinerten Maßstab das Stifterehepaar mit ihren Wappen. Nikolaus Groß trägt eine Schaube und Haarhaube und betet den Rosenkranz. Seine Ehefrau Anna, geborene Ploben, ist in Kirchenmantel und -haube ("Sturz") und mit einer ledigen Tochter wiedergegeben. Beide sind mit einem Rosenkranz versehen. - Wappen von Groß: In Silber ein grüner Lindenzweig mit 13 Blättern über einem roten Kreuz aus goldenem [hier: gelbem] Dreiberg wachsend. Helmzier: Zwei silberne Büffelhörner, an den Seiten und in den Mündungen mit Lindenblättern besteckt. - Wappen von Ploben: In Blau ein goldener [hier gelber] Dreiberg, darüber zwei ins Andreaskreuz gestellte gelbe Sensen mit silbernen Klingen. Helm: Ein geschlossener blauer Flug mit den Sensen wie im Schild belegt. Decken in blau gold.
Beschriftung:
Bürgermeister Nikolaus Groß stiftet die Tafel. Anlass war wohl der Tod seiner ersten Frau Anna. Das seit dem 13. Jh. populäre Motiv von Maria mit Kind und ihrer Mutter Anna erscheint in typisch fränkischem Gewand. Landschaftshintergrund wie Pflanzen- und Tierstudien stehen in einer langen Tradition, von der auch Dürer geprägt wurde. Sein Lehrer Wolgemut griff in dieser Tafel jedoch nicht nur auf älteres Formengut zurück. In der Anordnung der Figuren reagierte er auch auf Errungenschaften seines genialen Schülers.
The Virgin and Child with St. Anne, Memorial Painting for Anna Groß. Painting on pine wood. Mayor Nikolaus Groß donated the panel, probably to mark the death of his first wife Anna. The motif of the Virgin and Child with her mother Anne, popular since the 13th c., has been given a typically Franconian rendering. The background landscape as well as the plant and animal studies are steeped in a long tradition which also influenced Dürer. His teacher Wolgemut, however, resorted not only to older forms in this panel. In the arrangement of the figures, he also responded to the accomplishments of his brilliant pupil.
Literatur:
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. Nürnberg 1855, S. 37. — Essenwein, August von: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1882, Nr. 405. — Vischer, Robert: Studien zur Kunstgeschichte. Stuttgart 1886, S. 363. — Essenwein, August von: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1885, Nr. 413. — Thode, Henry: Die Malerschule von Nürnberg im 14. und 15. Jahrhundert in ihrer Entwicklung bis auf Dürer. Frankfurt a.M. 1891, S. 147, 283, Nr. 9. — Essenwein, August von: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1893, Nr. 450. — Braune, Heinz: Katalog der Gemäldesammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Nürnberg 1909, Nr. 161. — Abraham, Erich: Nürnberger Malerei der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Studien zur deutschen Kunstgeschichte, Heft 157). Straßburg 1912, S. 189. — Weinberger, Martin: Nürnberger Malerei an der Wende zur Renaissance und die Anfänge der Dürerschule (Studien zur deutschen Kunstgeschichte, Bd. 217). Strassburg 1921, S. 91. — Albrecht Dürer-Ausstellung. Bearb. v. Walther Fries. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 1928, Nr. 332. — Lutze, Eberhard/Wiegand, Eberhard: Kataloge des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg: Die Gemälde des 13. bis 16. Jahrhunderts. Text- und Bildband. Leipzig 1936--37, S. 191, 192, Abb. 52. — Rave, Paul Ortwin: Deutsche Landschaft in 5 Jahrhunderten deutscher Malerei. Berlin 1938, S. 52--53, 164. — Friedmann, Herbert: The Symbolic Goldfinch. Its History and Significance in European Devotional Art. Washington D.C. 1946, S. 36, 49, 58. — Betz, Gerhard: Der Nürnberger Maler Michael Wolgemut (1434--1519) und seine Werkstatt. Ein Beitrag zur Geschichte der spätgotischen Malerei in Franken. Univ., Diss., Freiburg i.Br. 1955, Kat. S. 29--30. — Stange, Alfred: Deutsche Malerei der Gotik. Bd. 9. München/Berlin 1958, S. 59, Abb. 105. — Strieder, Peter: Gotik/Renaissance. In: Deutsche Malerei. Germanisches Nationalmuseum, Bd. 1. Nürnberg 1964, Nr. 11. — Stange 1965, Abb.S. 8 (Ausschnitt: Weiherhäuschen). — Bayern. Kunst und Kultur. Stadtmuseum. München 1972, Nr. 364, Abb. 63. — Freitag-Stadler, Renate: Herrensitze im Bereich der Reichsstadt Nürnberg, unter Berücksichtigung der Weiherhäuser. Phil. Diss Erlangen-Nürnberg 19722, S. 47, Anm. 205, S. 202--203. — Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. München 1977 u. 2. Aufl 1980, Nr. 167; 3. überarb. Aufl 1985 u. 4. überarb. Aufl 1994, Nr. 148. — Stange, Alfred: Kritisches Verzeichnis der deutschen Tafelbilder vor Dürer. Bd. 3. Hrsg. von Norbert Lieb, bearbeitet von Peter Strieder/Hanna Härtle. München 1978, Nr. 141. — Roth-Bojadzhiev, Gertrud: Studien zur Bedeutung der Vögel in der mittelalterlichen Tafelmalerei. Köln/Wien 1985, S. 27, Abb. 30. — Boockmann, Hartmut: Die Stadt im späten Mittelalter. München 1986, S. 11, Abb. 13. — May, Heidemarie: Die Entwicklung der fränkisch - nürnbergischen Malerei von 1495 bis 1525 unter besonderer Berücksichtigung des Schwabacher Hochaltars. Phil. Diss. Tübingen 1989 (masch. schriftl. Exemplar), Abb. 430. — Strieder, Peter: Tafelmalerei in Nürnberg 1350--1550. Königstein i.T. 1993, S. 84--85. — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 554--557 mit älterer Literatur. — Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. Nürnberg 2001, S. 73. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 77--78, 420, Abb. 451.
 
 
3.3.130726