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Objekt / Inventarnr.: Gm167

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Kaiser Karl der Große (Gemälde, Porträt)

Inventarnummer: Gm167
Hersteller: Dürer, Albrecht (1471-1528)
Datierung: um 1511/13
Ort: Franken; Nürnberg
Material/Technik: Malerei auf Lindenholz (Tilia sp.)
Maße: H. 215 cm; B. 115 cm
Marke/Inschrift: : "Karolus magnus / imp(er)avit Annis·14·". — "Dis ist der gstalt vnd biltnus gleich / kaiser karlus der das Remisch reich. Den teitschen under tenig macht· / Sein kron vnd klaidung hoch geacht / zaigt man zu nurenberg alle Jar· / Mit andern haltum offenbar·". — "Dis·ist·keiser·karlus·gstalt· / sein·kran·vnd·kleidung manigfalt· / zu·nurenberg·offenlich·zeige(n)·wirt· / mit·anderm·heiltum·wie·sich·gepirt· / kung·pippinus·sun·auß·franckreich· / vnd·remischer·keiser·auch·geleich ".
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Kniestück vor dunklem Grund. Karl hält in der bekleideten Rechten das Reichsschwert, in der bekleideten Linken den Reichsapfel. Auf seinem Kopf die Reichskrone. Der Ornat besteht aus der Adlerdalmatica, der über der Brust gekreuzten Stola und dem um die Schultern gelegten Mantel. Alles ist reich mit Perlen und gefaßten Edelsteinen geschmückt. Die Frontalität, der ernste Blick, wallendes Haar und Bart, Kleid und Insignien geben dem Bild Feierlichkeit und Würde. Oben das deutsche Adler- und das französische Lilienwappen. Um den Rahmen läuft eine Umschrift.
Beschriftung:
Sammelkommentar: Karl der Große hatte die Idee des römischen Kaisertums wieder aufgegriffen und galt den folgenden Kaisern als Vorbild. Mit der Tafel schuf Dürer ein neues, fortan gültiges Idealbild. Neben ihm steht Sigismund, der 1424 die Reichskleinodien nach Nürnberg brachte. Nürnberg war seit 1424 Aufbewahrungsort der Reichskleinodien: Die wichtigsten Bestandteile bildeten Kaiserkrone, hl. Lanze und Reichsschwert. Der Schatz wurde einmal im Jahr auf dem Hauptmarkt gezeigt, wofür es Ablass gab. In der Nacht davor wurde er im Schopperschen Haus in einer Art Schrein aufbewahrt. Im Auftrag des Rates malte Dürer hierfür die beiden Tafeln. Sie verloren 1526 mit Aufhebung der Heiltumsweisung ihre Funktion und kamen ins Rathaus. Der Rat sicherte sich das Monopol über alle Kopien.
Summary: The Emperors Charlemagne and Sigismund. Painting on limewood. Charlemagne had revived the idea of the Roman empire and was considered the model emperor by his successors. Dürer's portrait created a new idealized image. Next to Charlemagne stands Sigismund, who brought the imperial insignia to Nuremberg in 1424.The imperial regalia had been kept in Nuremberg since 1424, the most important items being the Holy Lance, the imperial crown and sword. Once a year the treasure was displayed in the main market square, which merited an indulgence. On the night before, the treasure was kept in a kind of shrine. Dürer was commissioned by the Town Council to paint the two panels for it. They lost their function in 1526 when the displaying of relics ended and were taken to the Town Hall. The council secured a monopoly on all copies.
Literatur:
Kuhrmann, Dieter: Über das Verhältnis von Vorzeichnung und ausgeführtem Werk bei Albrecht Dürer. Diss. Berlin 1964, S. 67--96 (zum Verhältnis von Entwurf und Ausführung). — Anzelewsky, Fedja: Albrecht Dürer. Das malerische Werk. Berlin 1991, S. 47--49 und Nr. 123, 124, S. 80--81, Abb. 148--151. — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 203--210 mit älterer Literatur. — Saurma-Jeltsch, Lieselotte E.: Karl der Große im Spätmittelalter: Zum Wandel einer politischen Ikone. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, Bd. 104--105, 2002--2003, bes. S. 443--461. — Faszination Meisterwerk. Dürer, Rembrandt, Riemenschneider. Ausst.Kat. des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Nürnberg 2004, S. 58--59. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 82--83, 419--420, Abb. 40.
 
 
3.3.130726